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E-Voting-Software in South Dakota zählt zu viele Stimmen

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(der beitrag ist auch auf papierwahl.at zu lesen

In den USA hat sich mal wieder ein E-Voting-System verzählt, wie Threat Level berichtet. Aktuell kam es bei einer Wahl im US-Bundesstaat South Dakota, zu Problemen mit einem optischen Scansystem von ES&S:

The machines are a hybrid touch-screen and optical scan system. Voters place a full-size paper ballot into the machine, which is displayed on a touch-screen machine. They make their choices on the touch-screen, and the machine prints their selections to the ballot and returns it. The ballot is scanned and tabulated in another machine.

In South Dakota hatte aber die Software offensichtlich Schwierigkeiten beim korrekten Zählen. Knapp 5000 Stimmen tauchten im Endergebnis zu viel auf.
Aufmerksam darauf wurde man übrigens nicht weil die Wahlleiter Zweifel hatten, sondern weil sich jemand anders über die hohe Stimmenzahl gewundert hatte.
Die Papierstimmzettel wurden darauf hin noch mal von Hand ausgezählt und die Ergebnisse korrigiert.

Links:
Scanner glitch blamed for election miscounts
ES&S AutoMARK

Wahlcomputer: Manipulationen und Programmierfehler

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(dieser beitrag ist auch auf papierwahl.at zu lesen)

Letzte Woche gab es gleich zwei größere Meldungen aus den USA, zu der Unzuverlässigkeit und Unsicherheit von Wahlcomputern.

Die erste Meldung kommt von techdirt. Im US-Bundesstaat Kentucky kam es demnach zu Manipulationen:

The details suggest that there were two parts to the vote changing. First, there was traditional vote buying — where they paid people to vote in a certain way. However, the second involved actually changing voters’ votes on ES&S e-voting machines.

It didn’t involve any hacking or direct security flaws — but the elections officials made use of the confusing user interface and process of the e-voting machines to trick voters into leaving before their votes had been cast.

Man hat also die verwirrende Nutzeroberfläche der Wahlcomputer ausgenutzt, um die Wähler in dem Glauben zu lassen, sie hätten ihre Stimme bereits abgegeben.
[via netzpolitik]

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Die zweite Meldung dreht sich um den Fall Premier Elections Soultions (Diebbold). Dazu fand vergangene Woche eine Anhörung statt, wie das Wired-Blog Threat Level berichtet:

Premier Election Solutions (formerly Diebold Election Systems) admitted in a state hearing Tuesday that the audit logs produced by its tabulation software miss significant events, including the act of someone deleting votes on election day.

The company acknowledged that the problem exists with every version of its tabulation software.

Ein Video von der Anhörung gibt es auch, inklusive ein paar kurzen Highlights, die in schriftlicher Form festgehalten wurden.

Diebold: Wahlsysteme mit ‘Clear Button’ und Stimmenverlusten

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der beitrag ist auch auf papierwahl.at zu lesen

Wie Wired und Slashdot berichten, wurde ein Bericht veröffentlicht (.pdf), der untersucht, warum einige Wahlcomputer der Firma Premier Election Solutions (ehemals Diebold) letzten November in Humboldt County (Kalifornien/USA) Stimmen verloren haben.
In der damals eingesetzten Softwareversion gab es einen Fehler der Stimmen verschwinden ließ. Dieser Fehler war Premier Election Solutions seit spätestens Oktober 2004 bekannt:

The company, however, did not notify the Election Assistance Commission (EAC), the National Association of State Election Directors (NASED) or the California Secretary of State. Instead, the company sent a vague email to elections officials in the 11 California counties using GEMS version 1.18.19 with the Central Count Server at the time. […] The email […] advised the county officials to create and immediately delete an empty Deck before scanning any real ballots, but did not explain why this new procedure was necessary.

Der Bericht enthält aber auch noch ein weiteres interessantes Detail. So hat es bei einigen Softwareversionen einen ‘Clear Button’ zur Löschung des Audit Logs (Aufzeichnungen über systemkritische Vorgänge) im System gegeben:

The Clear buttons […] allow inadvertent or malicious destruction of critical audit trail records in all Gems version 1.18.19 jurisdictions, risking the accuracy and integrity of elections conducted using this voting system. Five years after the company recognized the need to remove the Clear buttons from the GEMS audit log screens, not only […] Counties in California but jurisdictions in other parts of the country […] continue to use Gems version 1.18.19…

Die Schaltfläche zum Löschen ist zudem neben dem “Print” und “Save As” Button angeordnet, so dass es kürzlich in Kalifornien auch zu einem versehentlichen Löschen des Audit Logs kam. Premier Election Solutions hat in diesem Zusammenhang offensichtlich nicht daran gedacht, eine Warnung anzuzeigen, bevor die Löschung durchgeführt wird. In aktuellen Softwareversionen wurde zwar der ‘Clear Button’ wieder entfernt, doch ist es nicht angedacht, die betroffenen alten Versionen zu upgraden.

Adding a Clear button is easy, but there are too many reasons why doing that is a bad idea.


Picture: blog.wired.com

-> Humboldt Report to EAC (.pdf)

[via bendrath]