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dresden, 13. februar (update)

ohne grossse umschweife:
1302dresden_plakat2morgen wirds wieder mal haesslich in dresden. nazis werden durch die innenstadt ziehen und zumindest ihre hirnlosen parolen krakelen. zum glueck gibts aber auch eine breite front an menschen, die glaubt, dass menschenverachtung, gewaltbereitschaft und idiotie scheisse sind. die werden morgen abfalls auf den strassen dresdens praesent sein und versuchen den aufmarsch zu verhindern.
btw: respekt an alle die da morgen vor ort sind! (und wer noch schnell ein schild basteln will, hier eine anleitung)

wer aus welchen gruenden auch immer, da morgen nicht hin kann, im netz wird auch auf unterschiedlichen kanaelen berichtet werden (eine unvollstaendige auswahl – ihr koennt euch auf den seiten ja noch weiter durch die linksammlungen klicken).
1302dresden_plakatnetz-gegen-nazis.de – liveberichterstattung auf twitter.com/netzgegennazis
no-pasaran.mobi – liveberichterstattung auf twitter.com/13februar
dresden-nazifrei.com
dresden1302.noblogs.org
und auf identi.ca gibts die gruppe !13februar, in der sich wahrscheinlich einige sachen sammeln werden

auf den seiten findet ihr natuerlich auch alle moeglichen infomaterialien, streckenverlaeufe, treffpunkte,… und so weiter.

und als abschluss noch etwas, das ich bei extra3 gefunden habe. gibts auch in gross und als .pdf
(klick zum vergroessern)
npd_resozialisierungsprogramm

update:
der naziaufmarsch ist vorbei und es lief hervorragend. die blockaden konnten zum einen den geplanten “trauermarsch” verhindern. zum anderen kamen weit weniger nazis zu den treffpunkten als geplant. wenn ich das vorhin richtig gelesen habe, konnte somit erstmalig der “trauermarsch” in dresden gestoppt werden.
danke an alle die waren – ihr wart grossartig!

in blogs und medien finden sich mittlerweile auch schon ein paar artikel dazu. ich hab mal vier rausgegriffen
npd-blog.info: Neonazis total blockiert
spiegel.de: Zehntausend bei Anti-Neonazi-Kette: Dresden stemmt sich gegen die Geschichtsklitterer
stern.de: Dresden und die Neonazis: Die anständigen Aufständigen
standard.at: Jahrestag des Dresden-Bombardements: Demonstranten verhinderten Nazi-Aufmarsch

update2:
bilder: Bildergalerie des versuchten Naziaufmarsches am 13. Februar 2010 in Dresden
video: tv-beitrag vom mdr (bilder von den blockaden gibts ab ca. 06:00min – /via payloadbay)

interview mit einem neonazi-aussteiger

“Autonome Nationalisten” sind Neonazis, die Lifestyle und Aktionsformen der autonomen Antifa kopieren, um damit Jugendliche anzusprechen, sich auf der Straße gegen die Polizei zur Wehr zu setzen und sich gewalttätige Auseinandersetzungen mit politischen Gegnern zu liefern.

In den Medien wird oft der Fehler gemacht, Autonome Nationalisten als “weltoffenere” oder “tolerantere” Nazis darzustellen. Aber es sind ganz klar Leute, die das 3. Reich glorifizieren, begangene Verbrechen leugnen oder relativieren und ein Regime nach dem Vorbild von Hitler-Deutschland anstreben.

[…]

Was ist nach Ihrem öffentlichen Bekenntnis vor Gericht passiert?

Es gab Anfeindungen und Morddrohungen gegen mich, nachts wurde häufig an der Wohnungstür geklingelt, ich wurde aufgefordert, auf die Straße zu kommen und mich meinen Ex-Kameraden zu stellen. Das gipfelte dann darin, dass versucht wurde, meine Wohnung gewaltsam zu stürmen. Mitglieder des so genannten “Nationalen Widerstandes” Dortmund, die sich als “Autonome Nationalisten” bezeichnen und zu denen ich vorher gehört hatte, sind auf meinen Balkon geklettert, versuchten, die geschlossenen Rollläden aufzubrechen und in die Wohnung einzudringen. Ich musste aus der Wohnung flüchten, bin weggerannt und habe dann die Polizei alarmiert. Am nächsten Tag bin ich unter Polizeischutz aus Dortmund-Dorstfeld, dem Stadtteil, in dem viele Neonazis aus den Reihen der “Autonomen Nationalisten” wohnen, weggezogen.

[…]

Sie kennen die Neonazi-Szene ja sehr gut aus eigenem Erleben. Was würden Sie Menschen raten, die sich gegen Neonazis einsetzen wollen? Was kann man tun?

(Überlegt lange …)

Ich würde nicht nur denjenigen Leuten einen Rat geben, die Neonazismus bekämpfen wollen, sondern allen Menschen. Sie sollten die Freiheit, die sie haben, nicht als selbstverständlich ansehen, diese Freiheit gilt es gegen Personen zu verteidigen, die sie beseitigen wollen.

auch interessant: es gibt auch so aussteigerprogramme fuer leute die aus der rechten szene raus wollen. anscheinend sind diese programme jedoch mit merkwuerdigen bedingungen verknuepft:

Das alles wurde nicht klar gesagt, aber mir wurde zu verstehen gegeben: Keine antifaschistischen Kreise, keine Kontakte in die linke Szene, keine Medienauftritte. Das war ganz klar.
[netz-gegen-nazis.de]

kann mir das bitte mal jemand erklaeren?

[via xyzet]