Tag Archives: datenbank

google, datenbanken und das internet reseten

peter glaser erklaert in einem 5min video, was die probleme mit dem grossen bruder google sind, dass wir uns dem kaum entziehen koennen und dass wir uns momentan in einer art experiment befinden, dessen ausgang niemand so richtig abschaetzen kann.

[fluter.de direktlink]

Ein Video von Tal Sterngast bei fluter.de, dem Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung.
[via glaserei]

dieses problem betrifft aber nicht nur google allein. es handelt sich vielmehr um ein allgemeines problem – denn das internet vergisst bekanntlich nicht. sicherlich spielt google darin eine grosse rolle. aber was ist beispielsweise mit dem staat, der auch immer mehr ueber den einzelnen buerger weis und zukuenftig noch mehr ueber ihn wissen moechte. es werden mehr und mehr datenbanken hochgezogen, untereinander vernetzt, aber ein wesentliches feature ist meist nicht mehr vorgesehen – der loeschbutton.

bei futurezone war heute auch in dem artikel “Schwacher Schutz für EU-Polizeidaten” zu lesen, dass nicht mal mehr zwischen verdaechtigen, verurteilten kriminellen, opfern oder zeugen unterschieden werden sollen. war ich also einmal zeuge in einer entsprechenden angelegenheit, werde ich immer mit den verbrechern gelistet sein? – gehts noch?

es kann nicht sein, dass die internetausdruckenden entscheidungstraeger so weitreichende und unabschaetzbare dinge beschliessen, von denen sie (auf technischer ebene sowieso nicht) die konsequenzen noch nicht mal ansatzweise erahnen koennen.

aber wenn die entscheidungstraeger schon keine ahnung von dem haben was sie tun, koennten sie wenigstens ihren ganzen angericheteten schaden befristen. beispielsweise durch evaluationen nach 1, 2, 3, oder so, jahren. aber damit wuerden sie sich ja ploetzlich mit ihren eigenen fehlern konfrontiert sehen. das geht natuerlich nicht! genauso wenig wie ueberwachungsgesetze jemals zurueckgenommen wurden, auch wenn deren nutzen in keinerlei verhaeltnis steht (-> rasterfahndung).
vielleicht waere es aber auch nicht schlecht, das internet einfach mal alle paar jahre zu reseten. reizvoll finde ich den gedanken allemal.

so, eigentlich wollte ich jetzt gar nicht so viel dazu schreiben und abschweifen wollte ich schon gar nicht… egal – was ich damit sagen wollte, schaut euch das video an und denkt einfach mal ueber euer eigenes verhalten im netz nach.

at: suchtmittelregister – kiffer ein leben lang

und eine weitere datenbank: oesterreichisches suchtmittelregister. darin sollen alle personen gelistet werden, die auch nur im verdacht eines drogendeliktes stehen. auch kiffer sind davon nicht ausgenommen:

Im Suchtmittelregister landen alle Personen, die im Verdacht stehen, ein Suchtgiftdelikt begangen zu haben oder gegen die eine entsprechende Anzeige erstattet wurde; ferner verurteilte Suchtgift-Straftäter sowie Personen, bei denen Suchtmittel oder Drogenausgangsstoffe beschlagnahmt wurden. Auch Personen, von denen eine Bezirksverwaltungsbehörde annimmt, dass sie Drogen missbrauchen, wandern in die Kartei. Verzeichnet werden dabei Daten wie Name, Geschlecht, Geburtsdatum und -ort, Staatsbürgerschaft, Meldeadresse, Daten über Anzeigen, Verurteilungen, Probezeiten und dergleichen, die betroffenen Drogen und deren Konsumform, Schulbildung, Wohn- und Erwerbssituation, Informationen über medizinische Maßnahmen.

Direkten Online-Zugriff auf wesentliche Teile des Registers erhalten das Gesundheitsministerium selbst, die Bezirksverwaltungsbehörden, Staatsanwaltschaften und Gerichte. Auch übermittelt das Gesundheitsministerium Daten im Einzelfall online an das Verteidigungsministerium, das Bundesheer, das Innenministerium, die Gewerbebehörden sowie das Wirtschaftsministerium, damit diese die Eignung einer Person zum Soldaten, Zivildiener oder Gastwirt überprüfen können.

achso geloescht werden die daten dann auch nicht mehr. sollte ein verfahren eingestellt / der beschuldigte freigesprochen werden wandern die daten in pseudonymisierter form in ein statistikregister:

In dem Statistik-Register kann man zwar von einem einzelnen Datensatz nicht auf den Namen der betroffenen Person rückschließen. Kennt man allerdings den Namen einer Person, kann man alle sie betreffenden Einträge finden und so auch nach Jahrzehnten noch eine (angebliche) Drogenkarriere nachvollziehen. Für statistische Auswertungen ist ein externer Dienstleister heranzuziehen, der dem Ministerium anonymisierte Auswertungsergebnisse zur Verfügung stellt. Wie bei dem Verzeichnis der suchtmittelbezogenen Todesfälle ist auch für das Statistik-Register keine Löschung der Daten vorgesehen. Sie sollen für immer gespeichert bleiben.
[alles lesen]

na grossartig damit wurde eine weitere, grosse bevoelkerungsgruppe fuer immer in irgendwelche datenbanken verewigt. was kommt als naechstes? all zu viel bleibt ja bald nicht mehr….

ziviler datenbankzugriff fuers bundesheer?

ja auch in oesterreich wird weiter am rad gedreht:

Der Gesetzesvorschlag von Verteidigungs-Minister Darabos sieht den Zugriff des Heeresnachrichtenamtes auf zivile Daten vor. Die Grünen wittern eine “Spitzelgeneralvollmacht”.

natuerlich alles nur zu unserem schutz ;)

Konkret befürchtet Pilz, dass zivile Daten, wie etwa jene von Finanzämtern, Spitälern, Kriminalpolizei und Sozialversicherung, beliebig an das HNA weitergereicht werden können. Im Entwurf heißt es: “Militärische Organe und Dienststellen (…) dürfen von den Organen der Gebietskörperschaften und der anderen Körperschaften des öffentlichen Rechts (…) jene Auskünfte verlangen, die diese Organe und Dienststellen als wesentliche Voraussetzung zur Erfüllung von Aufgaben der nachrichtendienstlichen Aufklärung und Abwehr benötigen.”

Umgekehrt könnte das Bundesheer seine personenbezogene Informationen den öffentlichen Körperschaften zur Verfügung stellen. Nämlich “inländischen Behörden, soweit dies ausdrücklich gesetzlich vorgesehen ist oder für den Empfänger eine wesentliche Voraussetzung zur Wahrnehmung einer ihm gesetzlich übertragenen Aufgabe bildet”. Auch von einer “direkten Abfragemöglichkeit” ist in dem Entwurf die Rede. Der Grüne Sicherheitssprecher vermutet darin die Möglichkeit eines Online-Zugriffs auf zivile Datenbanken für das Bundesheer.
[alles lesen]