Tag Archives: barbara ondrisek

2 jahre papierwahl.at

mal wieder ein kleines jubilaeum:
vor (fast genau) 2 jahren ist papierwahl.at gestartet. kurz danach wurde auch ich eingeladen, bei dem projekt von barbara und peter, mitzuwirken. das war dann sogar vor genau 2 jahren. seitdem hat sich einiges getan. mit die groessten ereignisse in dem zusammenhang waren sicherlich folgende:

Wir haben die letzten zwei Jahre viel politisches Hickhack in Österreich zum Thema E-Voting erlebt, den Aufstieg und Fall von Ex-Minister Hahn, der um jeden Preis E-Voting umsetzen wollte. E-Voting hat in Österreich wie auch im benachbarten Deutschland (Stichwort Wahlcomputer-Einspruch) versagt, dennoch werden elektronische Wahlen weiterhin in Betracht gezogen – womit papierwahl.at weiterhin gefordert bleibt.

wir haben also das zweifelhafte vergnuegen weitermachen zu duerfen ;)
in diesem sinne: happy birthday!
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ÖH-Wahlen: E-Voting kurz vorm Einsatz

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dieser beitrag ist auch auf papierwahl.at zu lesen

Bei FM4 gab es heute einen Beitrag zu E-Voting bei den ÖH-Wahlen 2009. Es werden nochmal ein paar News der vergangenen Wochen angesprochen und grundsätzliche Bedenken zusammengefasst:

Bei der elektronischen Abstimmung fällt die Überprüfbarkeit demokratischer Standards weg. Selbst Programmierer unter den Wahlbeobachtern können nicht mehr wirklich feststellen, ob da alles seine Richtigkeit hat.
[…]
Das in der Verfassung verankerte “gleiche, unmittelbare, geheime und persönliche Wahlrecht” kann der Staat – anders als in der Wahlkabine – zu Hause nicht garantieren.

FM4 stellte übrigens die vergangenen Tage auch die jeweiligen Spitzenkandidaten der einzelnen ÖH-Fraktionen vor.

Die futurezone liefert auch einen umfassenderen Artikel ab, in dem papierwahl.at erwähnt ist (im Zusammenhang mir der Sourcecode-Analyse im BRZ letzten Freitag):

E-Voting-Skeptiker, unter anderen die Wissenschaftler Peter Purgathofer und Barbara Ondrisek, die das Weblog Papierwahl.at mitbetreiben, hatten im Vorfeld der Einsichtnahme scharf kritisiert, dass die Zeit nicht ausreiche, um sich mit dem umfangreichen Code der Closed-Source-Software des spanischen Herstellers Scytl wirklich vertraut zu machen.

Robert Krimmer, Berater des Wissenschaftsministeriums in Sachen E-Voting, sah das natürlich weitaus weniger kritisch, denn “[v]orerst sei dem Gesetz aber genüge getan, die Prüfung sei reibungslos abgelaufen.”

Das E-Voting-Projekt steht jetzt kurz bevor und lässt sich nun nicht mehr stoppen und wird demnach nächste Woche wie geplant durchgeführt. Es sei denn, die Technik versagt im großen Stile:

Bei Störungen kann er die E-Wahlperiode am letzten Tag, dem 22. Mai, notfalls um sechs Stunden bis 24.00 Uhr verlängern. Sollte es zu größeren Ausfällen kommen, müssen alle E-Wähler notfalls zur herkömmlichen Papierwahl gerufen werden.

Podcasts zu Wahlcomputer und E-Voting

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der beitrag ist auch auf papierwahl.at zu lesen.

Pünktlich zum Wochenende gibt es nochmal eine ganze Reihe an aktuellen Podcasts zum Thema Wahlcomputer und E-Voting.

* Auf das aktuelle Chaosradio Express wurde vorhin schon hingewiesen.
zum Download

* Von dem Februar q/talk “Kann eVoting die Wahlzelle ersetzen?” mit Barbara Ondrisek gibt es jetzt auch den Komplettmitschnitt als eine Datei.
zum Download

* Der aktuelle q/talk vom 31. März beschäftigte sich auch wieder mit dem Thema elektronische Wahlen. Titel: “Die Glaubwürdigkeitsfalle – zu faul zur Wahl“. Mitdiskutiert hat unter anderem Peter Purgathofer.
zum Download

* Am 25. März gab es unter dem Titel: “E-Voting: Wie sicher ist die Cyberdemokratie?” eine Podiumsdiskussion der GRAS. Peter Purgathofer war auch hier (neben anderen) geladen um mit zu diskutieren.
zum Download

q/talk: “Kann eVoting die Wahlzelle ersetzen?” (part 2)


teil 2 des “e-voting q/talks” ist nun endlich mal online. nachdem vor zwei wochen der 1. teil ausgestrahlt wurde, folgt nun also wie angekuendigt der rest.

ohne grosse umschweife:
Radio Netwatcher vom 20.3.2009 – Kann eVoting die Wahlzelle ersetzen? (Teil2): zum stream und download
(und hier gehts zum 1. teil: Radio Netwatcher vom 6.3.2009 – q/talk, Di, 24.2., 20.00: Kann eVoting die Wahlzelle ersetzen? : zum stream und download)

update 2009-04-03:
ich glaube, ich wurde erhoert ;) von dem q/talk gibts jetzt auch den komplettmitschnitt als eine datei. wenn das dann in zukunft auch wieder etwas zeitnaher passieren wuerde, waere ich vollauf zufrieden:
“q/talk, Di, 24. Februar: Demokratie 2.0 oder wenn Wahlcomputer für uns wählen”

weitere beitraege zum thema:
Radio Netwatcher: Kann eVoting die Wahlzelle ersetzen?
q/talk: “Kann eVoting die Wahlzelle ersetzen?” (part 1)
q/talk am 24.02.2009: “Demokratie 2.0 – oder wenn Wahlcomputer für uns wählen” (update)

q/talk: “Kann eVoting die Wahlzelle ersetzen?” (part 1)

in der aktuelle folge von radio netwatcher gibt es nun endlich den mitschnitt vom letzten q/talk zum thema wahlcomputer und e-voting, zum nachhoeren. der vortrag dauerte insgesamt etwas ueber zwei stunden und wurde deshalb fuer die radiosendung in zwei teile geteilt. die fortsetzung soll es in zwei wochen geben.

wobei mir unverstaendlich ist, warum man bei radio netwatcher jetzt dazu uebergegangen ist, nicht mehr (zusaetzlich) den ganzen q/talk als eine datei ins netz zu stellen. und einen videomitschnitt sollte es eigentlich auch noch geben… naja, ich hoffe das kommt alles noch.

Einzelsendung: Radio Netwatcher vom 6.3.2009 – q/talk, Di, 24.2., 20.00: “Kann eVoting die Wahlzelle ersetzen?” auf ORANGE 94.0

Gerda Marx Universität Wien, Staatsrecht, Barbara Ondrisek papierwahl.at und Robert Krimmer e-voting.cc haben im Rahmen der Podiumsdiskussion q/talk der q/uintessenz “Demokratie 2.0 oder wenn Wahlcomputer für uns wählen” über E-Voting debattiert. Moderiert hat Georg Markus Kainz. Die ersten 55 Minuten des Talks wurden im Rahmen dieses Beitrags ausgestrahlt. Die zweite Hälfte kommt im nächsten Beitrag von Radio Netwatcher.
[papierwahl.at]

zum stream und download des mitschnitts

update: 2009-03-20:
zum zweiten teil

update 2009-04-03:
ich glaube, ich wurde erhoert ;) von dem q/talk gibts jetzt auch den komplettmitschnitt als eine datei. wenn das dann in zukunft auch wieder etwas zeitnaher passieren wuerde, waere ich vollauf zufrieden:
“q/talk, Di, 24. Februar: Demokratie 2.0 oder wenn Wahlcomputer für uns wählen”

q/talk am 24.02.2009: “Demokratie 2.0 – oder wenn Wahlcomputer für uns wählen” (update)

am kommenden dienstag (24.02.2009) veranstaltet die quintessenz wieder einen q/talk. es geht dieses mal um wahlcomputer bzw. e-voting:

Demokratie 2.0 oder wenn Wahlcomputer für uns wählen
eVoting – eine Vision oder ein Albtraum

Ort: Raum D / quartier21, QDK / Electric Avenue, MQ Wien
Datum: 24. Februar 2009
Zeit: 20.00 (Einlass 19.00)
Moderation: Mag. Georg Markus Kainz

Die Wahlbeteiligung nimmt kontinuierlich ab, und die Politiker meinen die Ursache gefunden zu haben – das derzeitige Wahlverfahren ist viel zu umständlich – also muss ein einfacheres Verfahren gefunden werden.

Im Rahmen der ÖH Wahl Ende Mai wird das sogenannte eVoting ausprobiert werden: Ein Mausklick im Internet, eine Bestätigung und die Wählerstimme verschwindet in der Black Box. Am Ende des Tages spuckt die Maschine ein Ergebnis aus. Was dazwischen passiert können Wahlbeobachter nicht mehr nachvollziehen. Wahlzettel lassen sich auszählen, überprüfen, in die Hand nehmen und im Zweifelsfall lassen sich Auszählungsfehler feststellen und korrigieren.

[weiterlesen]

eintritt ist wie immer frei.
lageplan: http://quartier21.mqw.at/uebersichtsplan/ ca. -> Nr. 55

update 2009-02-24:
die quintessenz hat heute nochmal eine ueberarbeitete ankuendigung herausgebracht. der q/talk heute abend laeuft unter dem titel: “Kann eVoting die Wahlzelle ersetzen?“:

Dr. Barbara Ondrisek hat gemeinsam mit Prof. Peter Purgathofer http://www.papierwahl.at gestartet um über eVoting zu informieren. Aufgabe der Technischen Universität ist, bei aller Technikverliebtheit auch Schwachstellen und Risiken der neuen Wahlmethoden aufzuzeigen.

Dr. Robert Krimmer ist Gründer des Kompetenzzentrums E-Voting.cc und berät das Wissenschaftsministerium in Fragen eVoting zur kommenden ÖH Wahl.

Dr. Gerda Marx wurde als Verfassungsrechtlerin von Minister Gio Hahn (ÖVP) zur Vorsitzenden der Wahlkommission ernannt.
[…]
Mag. Georg Markus Kainz versucht beim qTalk am 24. Februar 2009 mit seinen Gesprächspartnern der Frage nach zugehen, was eVoting für unsere Demokratie bedeutet.

update 2009-03-20:
zum mitschnitt teil1
zum mitschnitt teil2

update 2009-04-03:
ich glaube, ich wurde erhoert ;) von dem q/talk gibts jetzt auch den komplettmitschnitt als eine datei. wenn das dann in zukunft auch wieder etwas zeitnaher passieren wuerde, waere ich vollauf zufrieden:
“q/talk, Di, 24. Februar: Demokratie 2.0 oder wenn Wahlcomputer für uns wählen”

buchtipp: "Sicherheit elektronischer Wahlen"

man sollte oefter ueber buecher schreiben..zumindest hin und wieder….und vielleicht auch ein bisschen mehr als nur “gut” oder “nicht gut”…ich fange jetzt einfach mal damit an…..erwartet keine regelmaessigkeit.

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e-voting ist ein relativ weitlaeufiges und vielschichtiges thema. das faengt schon allein bei definition des begriffs an und hoert in komplexen, fuer laien, undurchschaubaren systemen auf. und genau da setzt das buch “sicherheit elektronischer wahlen” von barbara ondrisek an.

es wird sehr strukturiert vorgegangen und dementsprechend beschaeftigt sich der erste teil des buches damit e-voting (und verwandte begrifflichkeiten) zu klaeren, kurz das wahlrecht anzureissen und das komplexe thema sicherheit auf das noetigste runterzubrechen.
nach diesen grundlagen werden gaengige e-voting systeme vorgestellt und im naechsten kapitel auf ihre sicherheitsrisiken untersucht.
zum schluss wird darauf eingegangen wie e-voting systeme sicherer gestaltet werden koennen, wie dies zu bewerten ist und was man aus dem ganzen schlussfolgern kann.

was mich relativ ueberrascht hat, ist dass das buch trotz seines sehr speziellen (technischen) themas, doch sehr verstaendlich und auch fuer laien (behaupte ich jetzt einfach mal) relativ klar rueberkommt. was noch auesserst positiv anzumerken ist, der faktor mensch wird bei der ganzen thematik stark beruecksichtigt. was, wenn man schonmal mit richtigen technikern zu tun hatte, nicht selbstverstaendlich ist. aber das ist ja auch nur ein aspekt.
wie gesagt komplexes und vielschichtiges thema und das buch bricht das ganze doch ziemlich gut auf einen verstaendlichen level runter.

ich wuerde ja gerne nur positives schreiben (kommt hier ohnehin viel zu selten vor) aber jetzt noch zwei dinge die mir negativ aufgefallen sind. zum einen finde ich, dass die grafiken und abbildungen teilweise von der skalierung her nicht optimal eingesetzt wurden. einige grafiken sind einfach so klein dargestellt, dass sich nur schwerlich alles erkennen laesst. immerhin gibt es zu den meisten abbildungen auch onlineverweise und es ist ja nicht durchgehend so schlecht dargestellt.
ein weiterer punkt und das duerfte fuer die meisten ein richtig schwerwiegender sein, ist der preis. stolze 68 euro kostet das buch. es handelt sich um eine facharbeit und dafuer wird man von den verlagen ordentlich zur kasse gebeten. ich will das an dieser stelle auch nicht weiter diskutieren, es ist nunmal leider so. (da sollte man vielleicht einen eigenen post zu raushauen, weil ich das eine absolute frechheit seitens der verlage finde!)

fazit: mal abgesehen vom preis – ich wuerde das buch relativ uneingeschraenkt weiterempfehlen. es ist klar strukturiert und (im vergleich zu anderer fachliteratur) sehr verstaendlich geschrieben. es sollten sich wirklich auch ein paar nicht-techniker da rantrauen. mit knapp 200 seiten ist das buch kein waelzer. und bringt dem noch unerfahrenen einiges an hintergrundwissen und einblicke was in dieser blackbox namens wahlcomputer eigentlich passiert – oder besser passieren sollte ;) und warum das waehlen mit papier keine alternative, sondern das mittel der wahl ist.

titel: Sicherheit elektronischer Wahlen – Eine Methode zur Bewertung und Optimierung der Sicherheit von von E-Voting-Systemen
autorin: Barbara Ondrisek
verlag: Verlag Dr. Müller (VDM)
isbn: 978-3-639-04060-9
preis: 68 Euro
bestellen: bei amazon

zum blog der autorin: electrobabe.at