Daily Archives: 2009-06-05

buch: “Jewgenij Samjatin – Wir” (1920)

mal wieder was zum lesen. der dystopische roman wir von jewgenij samjatin. aus dem jahre 1920:

Wir spielt im „Einzigen Staat“, einem Gebilde, das nach einem 200-jährigen Krieg und der „allerletzten Revolution“ entstand. Dieser Staat besteht aus einer von einer Mauer geschützten Stadt, die Häuser dieser Stadt besitzen Wände aus Glas. Heerscharen von „Beschützern“ wachen über das „Wohl“ der Einwohner, deren Leben bis zum kleinsten Handgriff reglementiert ist, über allen steht ein übermächtiger „Wohltäter“. „Nummern“ – gemeint sind Menschen –, die sich gegen diese „Fürsorge“ wehren, werden öffentlich hingerichtet. Der Einzelne zählt nicht, was zählt, ist das Kollektiv. Im Laufe des Buches wird unter anderem eine Gehirnoperation entdeckt, die das Fantasiezentrum im Menschen entfernt und somit Gedanken des Widerstandes unmöglich macht.
[wikipedia]

das buch gibts auch vollstaendig im netz – hier (direktlink .pdf) und hier (download nach anmeldung). wer lieber was zum drin rumblaettern, im regal stehen und nicht am bildschirm lesen haben will, kann sich das buch auch kaufen. das gibts mittlerweile fuer nen einstelligen eurobetrag beim (internet)buchhaendler eures vertrauens.

[via surveillance studies]

ampelkennzeichnung fuer lebensmittel

das thema schwirrt ja immer mal wieder durch die gegend. aber meist dann doch nur irgendwie am rande und schnell ists wieder vergessen.

vielleicht erstmal vorweg fuer die leser die nicht wissen, wovon ich rede. die ampelkennzeichnung auf lebensmittelverpackungen, ist eine leicht verstaendliche kennzeichnung (mit den farben rot, gelb/orange und gruen) des naehrstoffgehalts. vornehmlich von zucker, fett und salz.

Ampelkennzeichnung (Verbraucherzentrale Bundesverband)
via ampelkennzeihnung.org

ich als verbraucher wuerde die einfuehrung begruessen, klar. natuerlich sieht das die lebensmittelindustrie ein wenig anders. selbst wenn diese regelung eingefuehrt wird, kann sich die industrie einfach weigern, das system zu uebernehmen, wie man in uk sieht.

unterdessen gab es in deutschland mal wieder einen kleinen lichtblick. denn wie foodwatch berichtet hat sich frosta dazu entschlossen freiwillig die kennzeichnung einzufuehren. vorerst zwar nur sehr beschraenkt (auf 4 produkte). aber immerhin koennte das ein erster schritt sein.

fast gleichzeitig kam dann auch der ruf aus oesterreich (seitens der arbeiterkammer), doch endlich mal die kennzeichnung einzufuehren. inwieweit das jetzt zu irgendwas fuehrt, wage ich nicht zu beurteilen. aber ich sehe derzeit in der oesterreichischen politik auch kein uebermaessiges interesse an dem thema.

ich hab jetzt auch keinen abschliessenden loesungsansatz parat oder wie wir die lebensmittelindustrie und politik zugleich unterwandern koennten oder sowas. aber ich wollte dem thema mal wieder ein bisschen aufmerksamkeit widmen, zumal auch gerade wieder aktuelle meldungen da waren. fuehlt euch inspiriert, euch selber ein bisschen zu informieren und gegebenenfalls darueber zu berichten.

“Media Watch on Climate Change”

passend zum heutigen tag der umwelt, bin ich auf die meldung zu media watch on climate change gestossen:

Jede Woche werden hunderttausende Dokumente aus verschiedenen Quellen (Nachrichtenmedien, Blogs, Umweltorganisationen und Großunternehmen) erfasst und automatisiert verarbeitet. Eine visuelle Benutzerschnittstelle zeigt, wo auf der Welt, in welchen Medien und wie oft berichtet wird, ob die Berichterstattung positiv oder negativ ist, und welche Themen mit Klimawandel assoziiert werden. Interaktive Trend-Charts dokumentieren die wechselnden Schwerpunkte in der Umweltberichterstattung.

laut eigenbeschreibung will das projekt media watch on climate change bewusstsein fuer umweltrelevante themen schaffen und informationen dazu leicht zugaenglich machen. als quellen werden newsseiten, blogs, umweltorganisationen und grossunternehmen herangezogen.

mediawatchonclimatechange

nach den ersten paar minuten rumspielen damit, kann ich auf jeden fall sagen, dass ich das projekt interessant finde. wenn man sich ein wenig mit dem interface beschaeftigt, sollte man auch relativ schnell an die gewuenschten informationen kommen. datenaufbereitung- und visualisierung ist ja durchaus ein spannendes thema und wird in zukunft sicher auch im bereich von umweltthemen weiter an bedeutung gewinnen.
die optik der seite hat mich aber bisher nicht angesprochen, was eigentlich schade ist. die farbgebung mag noch geschmackssache sein, aber die icons erinnern eher an pre-2000-zeiten und das wirkt auf mich nicht besonders einladend.

seis drum. da muss man im moment mit klar kommen. und damit man am anfang nicht ganz allein im wald steht, gibts bei vimeo eine praesentation mit live-demo (beginnt ca. ab 7min.), die einen durch das interface fuehrt und erklaert, wo man was und wie einstellen und sich anzeigen lassen kann.


[direktlink]