Daily Archives: 2009-02-19

e-voting: technik die begeistert / business as usual

das wird echt immer besser mit dem ganzen e-voting foo in oesterreich, je naeher die oeh-wahlen 2009 ruecken. der standard hat heute einen artikel veroeffentlicht, der mal wieder so einiges hergibt. ist vielleicht nicht alles komplett neu, fasst aber nochmal schoen zusammen.

wie ihr vielleicht wisst kommt die software von scytl. dem standard wurde angeblich ein dokument uebermittelt, das internationale evaluierungen zu dieser software enthaelt:

Begleitend zu den Wahlen wurden in Großbritannien und Finnland unabhängig voneinander Evaluierungen durchgeführt – jedoch mit dem Ergebnis, dass das System für geheime Wahlen “nicht geeignet” ist, weil es Mängel und Sicherheitslücken aufweist

na so eine ueberraschung!1!! aber jetzt liegt es immerhin mal schwarz auf weiss vor. laut den evaluierungen soll die verschluesselung nicht funktionieren, was bedeutet, dass jede abgegebene stimme auch wieder eindeutig den waehlern zu geordnet werden kann:

Im Extremfall könnten die Stimmen sogar verändert und “manuell bearbeitet” werden, heißt es in einem der Berichte. Bei den Regionalwahlen in Großbritannien seien auch tatsächlich Stimmen vor der Auszählung durch das Personal des Softwareherstellers händisch editiert worden, da sie nicht in das Zählprogramm passten.

ausserdem sollen die stimmzettel fehler gehabt haben. oh mann, das ganze ding ist so kaputt!

aber es geht noch weiter. schliesslich soll das system ende mai bei den oeh-wahlen eingesetzt werden:

Bernhard Varga, Vorsitzender der Wahlkommission bei der ÖH-Wahl, sagt im Gespräch mit der Standard.at, die genannten Berichte seien den Verantwortlichen in Österreich bekannt, man habe aber “alle Missverständnisse ausgeräumt”, die geheime Wahl ist für ihn gewährleistet. 2001 habe er noch Nein zum E-Voting gesagt, weil er “nicht überzeugt war, dass das System sicher ist”. Heute sei ihm zwar bewusst, dass “ein Restrisiko bleibt”, aber wenn festgestellt werde, dass Daten nachvollziehbar sind, müsse die Wahl eben wiederholt werden, sagt er zu derStandard.at

aha, das waren natuerlich nur bedauerliche “missverstaendnisse” und jetzt bleibt nur noch ein “restrisiko” – was immer das auch bedeuten soll. ja und wenn was schief laeuft, dann machen wirs halt nochmal (mit dem gleichen system nehme ich an!?).
boah – manchmal frage ich mich ob die ueberhaupt was mitkriegen. der ganz muell ist von vorne bis hinten loechrig wie ein schweizer kaese und dazu brauchen noch nicht mal die “auslaendischen hacker” ;) kommen. das haben die alles schon ganz allein verkackt.

angriff ist die beste verteidigung, denkt man sich nun wohl und aeussert sich dazu – dass die britische open rights group fehler in dem system publik gemacht hat – folgendermassen:

Robert Krimmer, der das Wissenschaftsministerium in Sachen E-Voting berät […] bezeichnet den Bericht der britischen Bürgerinitiative als “Aktion von E-Voting-Gegnern”. Deren Ziel sei es gewesen, möglichst viele Fehler zu finden.

nein wie koennen die bloss??? es geht ja auch nur ums waehlen. in dem system fehler aufzeigen – wo kommen wir da nur hin?
mit dem demokratieverstaendnis scheint es also nicht sonderlich weit her. wenn die alle so drauf sind im wissenschaftsministerium… ich will jetzt keine verschwoerungstheorien aufmachen.

so und einen hab ich noch:

In Österreich ist das Bundesrechenzentrum (BRZ) mit der Umsetzung beauftragt, zudem wurde im ÖH-Gesetz festgelegt, dass die A-Sit, die österreichische Bestätigungsstelle für die Signaturherstellungsgeräte, eine unabhängige Überprüfung und Begutachtung durchführen soll.

Dass man nicht allen Grund dazu habe, das E-Voting zu forcieren, weil die dafür benötigten Bürgerkarten von der A-Sit mitentwickelt wurden, dementiert Varga von der Wahlkommission. Auch, dass Personen, die bei A-Sit tätig sind, gleichzeitig auch Vertreter des Aufsichtsrates des Bundesrechenzentrums sind, stört ihn nicht.

das ganze ist so dermassen eine lachnummer, wenn das nicht spaetestens nach den oeh-wahlen wieder faellt, weiss ich auch nicht.

achso – und falls ihr morgen zufaellig in wien seid, schaut doch mal hier vorbei. beginn ist um 10:00h. ich kann leider nicht vor ort sein.

[via papierwahl.at]

weitere links:
Bericht von den Regionalwahlen in Großbritannien
Bericht der “Open Rights Group”
Originalreport der Univerität Turku auf Finnisch
Zusammenfassung auf Englisch

creative commons music 76 //kollektiv turmstrasse – weakness ep

this EP defines the past, the present and the future of Kollektiv Turmstrasse. It shows the passion of their Kollektiv style.

zum label: no-response
zum release: kollektiv turmstrasse – weakness ep [nore001]
[singletrack-download | .mp3/33:20min/46mb]

creative commons music 75 //ambientium – fractal philosophy

Epic is the word that springs to mind when you listen to this masterpiece from ambientium.

hailing from the czech republic, ambientium is a talented duo who asked if kahvi would like to put out their latest album, fractal philosophy.

so, here is the end result in all its high quality, enjoyable finality. ambient beginnings with hadron era lead you into pleasing swirling textures and beat driven (solar fields styled) tracks which wouldn’t be out of place in the ultimae catalogue.

tracks to watch out for are another world (part 1 and 2) and europa. welcome to kahvi, ambientium and lets see another release from you in the future!

zum label: kahvi
zum release: ambientium – fractal philosophy [kahvi265]
[direktdownload | .ogg/61:27min/121mb]
[direktdownload | .mp3/61:27min/130mb]

creative commons music 74 //lokua – water rock

We’ll make a departure from our familiar nordic landscape, across the Atlantic, in order to welcome our new guest artist Lokua, all the way from Chicago, US. With the album “Trails“, released last year on the Moment Sound netlabel, Lokua displayed the versatility of his musical styles and fresh ideas. “Water Rock” is more focused on the deeper ambient tones and textures, here’s how the artist himself describes it:

“In comparison, Trails was like Summer, Water Rock is like Winter. The first is a little more outwardly pleasing, one can enjoy it without effort. I think to appreciate more ambient and experimental music one needs a certain level of imagination. It takes some concentration to fully appreciate the entirety of winter. What makes the cold unpleasant? How can I enjoy it? These are the sort of questions I was asking myself when composing the selections on Water Rock, only more music-techy like, how can these harsh unavoidable audio clips be made pleasing? Or maybe it’s just that Water-Rock was made in the winter, a time of introspection and isolation. In other words Trails was more-so geared towards head-nod-factor, whereas Water Rock was made by a fire while my toes defrosted.”

zum label: softphase
zum release: lokua – water rock [sfp03]
[direktdownload | .mp3/39:45min/80mb]

oesterreich: land der selbstmordgefaehrdeten skitourengeher!?

es geht um das sicherheitspolizeigesetz, zu dem ich mich schon das ein und andere mal hier geaeussert habe. dieses wird ab montag vom verfassungsgerichtshof auf zulaessigkeit ueberprueft. und ach, was soll man sagen, das ding war und ist so offensichtlich absurd:

Umgesetzt wurde diese Befugnis Ende 2007 mit der Begründung, dass man nur so (also sofort und ohne Kontrolle eines Richters) selbstmordgefährderte Personen und verschollene Skitourengeher ausfindig machen könne.Marie Ringler, Gemeinderatsabgeordnete und Technologiesprecherin der Wiener Grünen, bezeichnet es in diesem Zusammenhang als „bemerkenswert“, dass die Zahl der Standortbestimmungen ausgerechnet während der heißen und schneefreien Sommermonate Juni, Juli und August mit 81, 102 und 83 Ortungen Rekordwerte erreichte.Spioniert die Polizei also wahllos Bürgern hinterher? Nein, heißt es dazu im Bundeskriminalamt, das gemeinsam mit den Landeskriminalämtern, dem Verfassungsschutz und dem Büro für interne Angelegenheiten (BIA) die Anträge auf Ausforschung von Telefon-, Handy- oder Internet-Nutzern an die Provider verschicken darf. Wie viele der 695 Ortungen tatsächlich vermisste Skitourengeher waren, war aus „administrativen Gründen“ für die „Presse“ jedoch nicht zu erfragen.

Theodor Thanner, der als Rechtsschutzbeauftragter des Innenministeriums über alle Handypeilungen informiert werden muss, berichtet aber, dass die Mehrzahl der Standortbestimmungen mit der Selbstmordankündigung einer Person begründet wird. Ob die Begründung zutrifft, kann aber nicht geprüft werden. Der Betroffene hat nämlich kein Recht darauf, über die Ausforschung informiert zu werden.
[diepresse]

file under: pure shit made in austria