Daily Archives: 2008-04-12

interview mit ex-bverfg-richter hoffmann-riem

auch wenn ich nicht in allen punkten 100%-ig mit hoffmann-riem uebereinstimmen wuerde, man hat das gefuehl der mann weiss wovon er spricht und er bringt das auf einer sachlichen ebene rueber. in dem doch etwas laengeren interview geht es hauptsaechlich um die medienlandschaft (speziell den oeffentlich-rechtlichen rundfunk) und den komplex von freiheit und sicherheit. die laenge kommt dem interview durchaus zugute, weil auch hin und wieder etwas spezifischer auf die themen eingegangen werden kann. und ausserdem, der mann war bundesverfassungsrichter und hat einige wichtige urteile (mit)bestimmt – allein deswegen sollte man sich das durchlesen:

SZ: … wie die Online-Durchsuchung oder der Große Lauschangriff.

Hoffmann-Riem: Beide wurden als Wunderwaffen angepriesen, ohne die die innere Sicherheit nicht mehr zu gewährleisten sei. Wenn aber nach Nachweisen ihrer Unverzichtbarheit gefragt wird, kommt entweder fast gar nichts oder es folgen Beschwörungsformeln. Es gab ja beispielsweise schon ein paar Online-Durchsuchungen, deren Auswertung ich bei unserer Entscheidung gern gekannt hätte. Aber in der mündlichen Verhandlung vor unserem Gericht hatten die höchsten Beamten gerade dafür keine Aussagegenehmigung. Warum hat man nicht versucht, jedenfalls auf einer mittleren Abstraktionsebene, also ohne Details, plausibel zu machen, dass diese Online-Durchsuchungen unverzichtbar waren und inwieweit sie Informationen gebracht haben, die sonst nicht möglich gewesen wären? Oder nehmen Sie die Rasterfahndungen nach dem 11. September 2001…

SZ: … die sie im März 2006 stark eingeschränkt haben.

Hoffmann-Riem: Die seinerzeitige Rasterfahndung hat die erwünschten Erfolge, das Aufspüren sogenannter Schläfer, nicht gebracht, wohl aber Nebenfunde, wie etwa das Aufspüren von Drogendealern. Das reicht zur Legitimation einer solchen umfassenden Informationserhebung mit stigmatisierenden Wirkungen für ganze Bevölkerungsteile nicht. Wie haben die Rasterfahndung nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber eine konkrete Gefahrenlage verlangt. Eine allgemeine, etwa die seit 2001 bestehende Bedrohungslage reicht hierfür aber nicht aus.
[…]
SZ: Nach dem 11. September 2001 haben Sie beklagt, dass die Balance zwischen Freiheit, Gleichheit und Sicherheit gestört sei. Sehen Sie dies auch heute so?

Hoffmann-Riem: Die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit ist weiterhin nicht gewahrt. Daran konnte auch das Bundesverfassungsgericht mit seinen punktuellen Entscheidungen zu bestimmten Gesetzen nichts ändern. Ich teile zwar den Satz, dass einem ohne Sicherheit die Freiheit nichts nützt und dass ohne Freiheit die Sicherheit das Merkmal eines nicht lebenswerten Staates ist. Ich sehe zu viele Eingriffe zu Lasten der Freiheit auf der Basis ungesicherter Behauptungen und unter Berufung auf punktuelle Erfolgsmeldungen und immer wieder nur durch den allgemeinen Hinweis auf eine angespannte Sicherheitslage …

SZ: … insbesondere durch Terrorismus.

Hoffmann-Riem: Es gibt meistens sehr diffuse, nicht nachprüfbare Aussagen des Innenministers oder seiner hohen Behörden. Wir können nicht prüfen, ob diese Hinweise die Folgerungen rechtfertigen. Eine Balance zwischen Freiheit und Sicherheit setzt aber voraus, dass man rational zu einer Abwägung kommt. Man müsste also sowohl die Gefahrenlage als auch die Tauglichkeit der Instrumente genau besehen.
[…]
SZ: Vermissen Sie immer noch einen gesellschaftlichen Diskurs über Risiken?

Hoffmann-Riem: Ja. Seit dem 11. September haben wir die Frage nicht beantwortet: Welche Risiken und Restrisiken wollen wir uns leisten? Die Zahl der jährlichen Verkehrstoten in Deutschland ist weit größer als die Zahl der Terrorismusopfer in Europa in den letzten zehn Jahren. Das Restrisiko Straßenverkehr haben wir gleichwohl akzeptiert.

SZ: Auch Sie?

Hoffmann-Riem: Ja. Um unserer Fortbewegungsfreiheit willen nehmen wir bestimmte Risiken in Kauf. Wir versuchen uns dagegen durch Airbags und Anderes zu schützen, riskieren es aber beispielsweise nicht, kontinuierliche Überprüfungen der Fahrtauglichkeit vorzunehmen. Das Restrisiko bleibt also immer noch sehr groß. Hier gibt es keinen öffentlichen Aufschrei. Welchen Grad an Restrisiko wir uns im Hinblick auf die Sicherheit vor terroristischen Anschlägen erlauben wollen, um noch politisch frei und ohne übermäßige Überwachung durchatmen zu können – das haben wir noch nicht ausgiebig diskutiert.
[alles lesen]

[via kai]

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linuxwochen oesterreich / grazer linuxtage


naechste woche finden wieder die alljaehrlichen linuxwochen oesterreich statt. d.h.: drei wochen (update: es sind natuerlich monate und nicht wochen) rund um linux, open- und freie software in verschiedenen orten oesterreichs. dazu gibt es folgende termine:

* Krems: 15. April 2008 / 13:00 bis 17:00 Uhr / Donau-Universität Krems
* Graz: 19. April 2008 / 9:30 bis 18:00 Uhr / FH Joanneum Eggenberg
* Wien: 15. bis 17, Mai 2008 / Gewerbehaus Wien (WK Wien)
* Eisenstadt: 30. und 31. Mai 2008 / Fachhochschule
* Klagenfurt: 30. Mai 2008 / 9:00 bis 16:00 Uhr / Universität Klagenfurt
* Linz: 27. – 29. Juni 2008 / Kunstuniverstät am Hauptplatz

leider werde ich bei den grazer linxtagen (warum eigentlich linxtage? es handelt sich dabei doch nur um einen tag) nicht vor ort sein koennen. genau an dem wochenende habe ich einen nicht verschiebbaren termin. somit bin ich also schon das zweite mal in folge verhindert :(
naja, das vortragsprogramm ist auf jeden fall wieder 3-gliedrig aufgebaut. es gibt einsteiger/anwender (im raum 1), administratoren/netzwerke/community (im raum 2) und entwickler (im raum 3) vortraege.

das komplette vortragsprogramm ist hier.
location: alte poststraße 149 – fh joanneum (anfahrt)
preis: free
weitere info’s: glt08 (von da habe ich uebrigens auch das bild)

vielleicht schaffe ich es ja zu einem anderen termin. obwohl wien sieht auch eher schlecht aus. eventuell klagenfurt…mal schauen.

einfuehrung in tex/latex

die vorteile von tex bzw. latex sind, dass man damit ohne probleme ellenlaenge dokumente erstellen kann und ebendiese, egal auf welchem system erstellt und welchem weiterverwendet, immer exakt gleich aussehen. nicht nur das, man kann auch aufs peinlichste genau bestimmen, was im dokument wie und wo angeordnet sein soll sein. somit ist das ganze hervorragend geeignet um bspw. seine diplomarbeit, offizielle berichte usw. usf., damit zu erstellen.
großer nachteil bzw. was haeufig bemaengelt wird, ist die gewoehnungsbeduerftige erstellung solcher dokumente, da das ganze doch ein wenig einarbeitungszeit braucht.

um das ganze doch ein wenig schmackhafter zu machen, gibt es bei pofacs einen podcast zum thema. darin wird nochmal erklaert was das ueberhaupt ist und was tex/latex so kann:

Fuer die taegliche Korrespondenz kommt auf den meisten Rechnern Microsoft Office oder OpenOffice zum Einsatz. Mit wachsendem Volumen und Komplexitaet stossen aber beide Vertreter (einer sogar sehr frueh und deutlich) an ihre Grenzen. Instabilitaet und Unzuverlaessigkeit sind die Folge. Wer umfangreiche und optisch ansprechende Dokumente erstellen moechte, greift oft auf TeX oder LaTeX zurueck. Wie TeX und LaTeX funktionieren, hoeren wir von Frank Hofmann (Hofmann EDV – Linux, Layout und Satz).

direkt zum podcast (.mp3 /36:39min/25mb)
in den oben verlinkten wikipedia-artikeln befinden sich auch noch ein paar links zu handbuechern, how to’s und foren.

[via f!xmbr]

dokus: "Wahrheit macht frei" + "The Truth lies in Rostock"

ich moechte gar nicht so viel ueber die nazis, diese menschenverachtenden dreckssaecke, schreiben. jedem halbwegs “normalen” menschen muessten diese weltfremden verschwoerungsideologien, unwahrheiten und ansichten einfach zuwider sein. dennoch gibt es diese leute. und leider viel zu viele von denen, denn im prinzip ist schon jeder einzelnen zuviel.
dazu zwei filme

Wahrheit mach frei“:

Erschütternder Dokumentarfilm von 1991, der anhand von Interviews mit führenden Neonazis und Holocaustleugnern sowie Archivmaterial von konspirativen Treffen den Zustand der deutschen Neonaziszene kurz nach der Wende aufzeigt und deren internationalen Verquickungen, die bis ins Europaparlament reichen.

[via kfmw.blog]

und wer einen wirklich resistenten magen hat (das meine ich jetzt durchaus ernst!), ein weiterer film der aus der selben zeit stammt.
The Truth lies in Rostock“:

Die Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen ereigneten sich August 1992 im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen. Es handelte sich um die massivsten ausländerfeindlichen Ausschreitungen der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Zum Hintergrund zählt, dass Asylbewerber monatelang ohne ausreichenden Zugang zu sanitären Einrichtungen und Nahrungsmitteln vor der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZAst) zu kampieren gezwungen waren. Während der Ausschreitungen wurden mehrere hundert rechtsextremen Randalierer von einer Menge von zeitweise bis zu 3.000 teilweise applaudierenden Schaulustigen beobachtet. In der Presse wurden die Ereignisse auch als Pogrom bezeichnet.

Bei den tagelangen Krawallen konzentrierte sich nach dem Abtransport der Asylbewerber in sichere Unterkünfte die Gewalt auf die Polizei und das in Brand gesetzte benachbarte Wohnhaus, in dem sich 115 Vietnamesen und ein Fernsehteam aufhielten.
[wikipedia: Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen]

dieser film steht unter creative commons lizenz und kann auch direkt runtergeladen werden (.ogg/550mb/80min)

dvd nach mkv inklusive meherer untertitel- und audiospuren

ich habe derzeit folgendes problem:
ein haufen dvd’s und zumindest einen teil davon will ich mir auf meine externe festplatte schmeissen. ein kleinerer teil davon umfasst “normale” filme, der groessere teil sind serien. so, da habe ich mir gedacht, waere es doch super wenn man sich bei den serien die einzelnen episoden auf die platte schmeissen koennte (samt deutscher und englischer untertitel, sowie diese beiden audiospuren). und da komme ich auch schon zum springenden punkt.

ich moechte das moeglichst einfach und unkompliziert bewerkstelligen. rauskommen soll im endeffekt folgendes: ein mkv-container, in dem sich dann video, audio- und untertitelspuren befinden. beim video-codec wuerde ich zu h.264 tendieren (koennte mich eventuell auch fuer xvid oder ogg theora breitschlagen lassen), bei der audiogeschichte wuerde ich aac nehmen wollen (wahlweise auch ogg vorbis oder mp3).
ziel soll es sein, dass ich dann im endergebnis eine datei habe (.mkv), in der die ganzen sachen (video, audio, untertitel) drin sind und dass ich problemlos, wie im dvd-betrieb auch, zwischen audiospur/untertitelspur wechseln kann. dvd-menues brauche ich keine.

ich weiss dazu gibt’s massig anleitungen im netz. bloss die meisten davon setzen irgendwie 6, 7, 8 (und mehr) arbeitsschritte in 5 (oder mehr) unterschiedlichen softwaretools und was weiss ich noch voraus. darauf habe ich einfach keine lust. ich moechte moeglichst ein tool haben, dass das in wenigen, einfachen schritten macht.

wenn dazu jemand was weiss, anregungen oder quellen hat, immer her damit. ich bin fuer alles dankbar (einzige beschraenkung: das muss unter windows oder linux funktionieren, da ich keinen mac habe).

musik

in den letzten tagen hat sich hier wieder einiges an musik angestaut. durchwegs hoerbare musik. und bevor ich das jetzt alles in unterschiedliche posts packe, kommt das mal ganz kompakt in einem daher:

* marko fürstenberg:
live @ “paysages electroniques” lille/france 04.04.2008
[direktdownload .mp3/59:21min/56mb]
[via kfmw.blog]

* redhead:
Gartengeflüster Mix1
[direktdownload .mp3/69:41min/127mb]
Gartengeflüster Mix2
[direktdownload .mp3/70:09min/128mb]
[via kfmw.blog]

*radiohead
live @ bbc radio2 2008-04-01
[direktdownload .mp3/53:27min/73mb]

* deluge:
in thin we trust(thinner labelmix 2004)
[direktdownload .mp3/59:35min/95mb]

* krill.minima:
thinner ambient dub mix(thinner labelmix 2004)
[diretkdownload .mp3/68:34min/125mb]

und ich bin auch wieder mal auf zwei neue netlabels aufmerksam gemacht worden.
* netlabel: qunabo
[via kfmw.blog]

* netlabel: foramel
[via kfmw.blog (in den kommentaren)]

* ???
“???”
+1 aber das kommt spaeter (oder morgen erst) in einem extra post.
[update 13.04.2008]
wurde nachgetragen und zwar hier