Daily Archives: 2007-11-07

offener brief

AMTLICH! BENUTZEN SIE DIESEN BRIEF NICHT ALS TOILETTENPAPIER!

(x) Bewahren Sie diesen Brief auf, er ist ein wichtiges Zeitdokument

Orden des Titanen
Haus der Apostel der Eris

Sehr geehrte(r) ( ) Herr, ( ) Frau, (X) Vasallen:

Es ist uns kürzlich zu Ohren gekommen, dass Sie in Ihrer Eigenschaft als Mitglieder des Rechtsausschusses dieses Staates in einer öffentlichen Veranstaltung beschlossen haben, alle Bürger dieses Landes als potentielle Verbrecher anzusehen, das bisher gültige Prinzip der Unschuldigsvermutung umzukehren und daher künftig die Kommunikation aller Bürger rund um die Uhr präventiv zu überwachen.

In Unserer Eigenschaft als Hohepriester des Haupttempels des Hauses der Apostel der Eris beglückwünschen Wir Sie für Ihre Unterstützung bei der Wiedereinführung der wahren Rechtsordnung dieses Landes in ihre rechtmäßige Position als Objekt des Misstrauens gegenüber seinen Bürgern und der Unterdrückung bislang errungener Freiheiten.

Sie werden hiermit allesamt zum Fünf-Sterne-General des Büros der Abteilung des Departements des Ordens der Ritter des Fünfwandigen Schlosses Quixote Kabale ernannt und bevollmächtigt, Ihre Freunde und Nachbarn zu bombardieren.

Sollten Sie irgendwelche Antworten haben, so werden Wir Ihnen ausführlichst detaillierte Fragen zukommen lassen.

Im Namen La Manchas
Theodor Prinz
Hohepriester, Haupttempel

Heil Eris – Alles Heil Diskordia – Kallisti

[via tim]

vorratsdatenspeicherung aktuell (2007-11-07)

die gestrigen dezentralen demos/mahnwachen gegen die vorratsdatenspeicherung ziehen weiterhin ihre kreise. was sich natuerlich auch wieder in diversen newstickern und blogeintraegen niederschlaegt. eine kleine und unvollstaendige uebersicht gibt es auch heute wieder.
an dieser stelle sei auch nochmal auf das pressecenter des ak vorrat hingewiesen, wo sich auch sehr viele meldungen, nachrichten, bilder etc. befinden.

(no specific order)
de.internet.com
Leutheusser-Schnarrenberger: Vorratsdatenspeicherung “Schritt in den Präventionsstaat”
Kieler Datenschützer: Profile aus Vorratsspeicherung gehen in andere Staaten
Rund 11.000 bei dezentralen Aktionen gegen Vorratsdatenspeicherung

ravenhorst
Wenn die Abgeordneten über VDS & Teko-Überwachung abstimmen

dani
Massiver Protest am 6.11.2007 gegen Vorratsdatenspeicherung

telepolis
Protest in letzter Minute

heise
Der Weg zur sechsmonatigen Vorratsdatenspeicherung ist frei
Dringender Appell gegen den Beschluss der Vorratsdatenspeicherung

golem
“Wir lassen uns nicht speichern”

futurezone
Schäuble verteidigt Data-Retention
Data-Retention passiert Rechtsausschuss
Datenschutzrat für Minimalumsetzung
Data-Retention-Abstimmung am Freitag

wirres
zitat des tages

demobesucher berichten:
graubrot
Vertrauen ist besser

nerdcore
Frankfurter Demo gegen die Vorratsdatenspeicherung – Bilder und Links

videos von der demo:
spreeblick
Freiheit statt Angst – Video
netzpolitik
ZDF Heute-Journal über Vorratsdatenspeicherung

wahlzettel der markt wald von 1980

wahlzettel1980
(fuer groessere version, aufs bild klicken)

wer kann mir sagen, was mir an diesem stimmzettel komisch vorkommt? ;)

[via fefe]

opera mini 4 erschienen

fuer alle die meinen, unbedingt mit dem handy im internet surfen zu muessen, denen sei wenigstens opera mini ans herz gelegt. der browser fuers handy steht seit kurzem in version 4 zum kostenlosen download bereit und umfasst u.a. folgende features:

Handy-Browser mit RSS-Feed-Verwaltung, Ganzseiten- und Querformatsanzeige

Nach drei offiziellen Beta-Versionen steht ab sofort die fertige Ausführung von Opera Mini als Download bereit. Die neue Hauptversion des norwegischen Handy-Browsers bringt eine Ganzseiten- sowie eine Querformatsdarstellung, einen virtuellen Mauszeiger sowie eine Opera-Links-Anbindung. Mit Opera Mini lassen sich zudem RSS-Feeds verwalten und lesen.
[weiterlesen]

opera mini sollte auf den meisten mobiltelefonen funktionieren die java unterstuetzten (auf den downloadseiten gibt es aber nochmal genauere infos). auf meinem nokia 6234 liess sich das ganze problemlos installieren und starten. ich habe bisher aber so gut wie noch nichts damit gemacht. internet auf’m handy finde ich im moment halt noch nicht so prickelnd und das ganze ist mehr so eine falls-man-es-mal-wirklich-ganz-dringend-brauchen-sollte installation.

england waehlte die laecherlichsten gesetze

das ist echt mal grossartig. die englaender haben die laecherlichsten gesetze gewaehlt. und da sind wirklich ein paar tolle sachen dabei. :)

Platz 1: es ist verboten, im Parlamentsgebäude zu sterben.[…]

3. It is illegal for a woman to be topless in Liverpool except as a clerk in a tropical fish store […]

7. The head of any dead whale found on the British coast automatically becomes the property of the King, and the tail of the Queen […]

10. It is legal to murder a Scotsman within the ancient city walls of York, but only if he is carrying a bow and arrow (2%)
[weiter zu den restlichen abstimmungsergebnissen]

[via fefe]

deutschland und technische innovationen

ich bin heute zufaellig bei mir zu hause ueber die (print-)jubilaeumsausgabe zum 10-jaehrigen der de:bug gestolpert. in dem besagten heft (#115) geht es um die letzten 10 jahre und wie diese mit der zeitschrift in verbindung stehen (retrospektiven u.a. zum netz, musik, technologie, design/mode, gadgets und was man halt sonst noch so typischerweise in der de:bug findet).
auch findet sich ein artikel, der meiner ansicht nach, schoen erklaert warum deutschland (in diesem falle im vergleich zu den usa) es einfach nicht schafft, sich als innovationstechnologiestandort (schwerpunkt internet) zu etablieren:

In den USA ist man bis heute fröhlich aufgeregt, wenn es um das Internet geht. Von Anfang an hat die Politik dabei Zeichen gesetzt, denn das Internet ist eine Technologie, die gezielt politisch gefördert wurde. Schon 1991 hat Al Gore, damals noch Senator, den “High Performance Computing and Communication Act“ in den Kongress eingebracht, um ein nationales Forschungsnetzwerk nach vorne zu bringen. Man erkannte das Potential dieses Produktionsmittels.

Der “Information Superhighway“, wie man ihn damals nannte, wurde mit staatlichem Geld aufgebaut. Ein nationales Netzwerk aus Glasfaserkabeln wurde geschaffen, Universitäten wurden große Budgets zur technologischen Forschung zur Verfügung gestellt. Politisch lenkt man, was ökonomisch einmal groß wird. Mosaic, der erste Browser, der außer Text auch Grafiken anzeigen konnte, ist im Kielwasser dieser Förderungspolitik entstanden, und genau mit Mosaic, mit diesem staatlich geförderten Projekt, begann das World Wide Web auch ein ökonomischer Erfolg zu werden. Noch heute sagt sein Entwickler Marc Andreessen: “Wenn das damals der Privatwirtschaft überlassen worden wäre, wäre es nicht passiert – oder zumindest erst Jahre später.“

Die politische Richtlinie und das Vertrauen, das der Staat gesetzt hat, hat geprägt. Im Vordergrund der amerikanischen Debatten steht das Potential dieser Technologie: Man erfindet immer wieder neue Möglichkeiten, die man mit ihr hat. Ein Diskurs, der in Deutschland abwesend ist. Komplett. Hier würde keiner wagen, einfach mal etwas zu versuchen, weil es geht. Google, eine Firma, die am Anfang jahrelang überhaupt kein Geschäftsmodell hatte, bis ihr jemand eines erfunden hat, gäbe es in Europa schlichtweg gar nicht.

Wie, eine gute Idee? Reicht nicht. Businesspläne sind wichtiger als ein Gefühl für das neue Medium. Während in den Vereinigten Staaten der politische Glaube an die Technologie – erst mal machen, dann wird schon was dabei rumkommen – die ökonomische Kultur geprägt hat, steht einem hier die traditionelle deutsche Unternehmenskultur im Weg. Sie ist bitterer Ernst und wenig spielerisch. Verliert man, ist man gescheitert und kann ein für allemal einpacken. Und tschüß.
[alles lesen]

oder einfacher gesagt – die amis machen einfach, die deutschen denken zu viel ueber moegliche konsequenzen nach.
auch wenn (oder gerade weil) der artikel etwas laenger ist, sollte man sich diesen komplett durchlesen. mag sein, dass man nicht unbedingt alle standpunkte so teilen moechte. es regt aber in jedem falle zum weiterdenken bzw. weiterdiskutieren an.