Daily Archives: 2007-06-16

politisch korrekte pflanzenwelt

Übrigens ist “Unkraut” politisch nicht korrekt ;-) Man soll “unerwünschte Begleitvegetation” sagen.
[aus den kommentaren von nerdcore gefischt]

gnihihihi….. :)

links vom 16-06-2007

telepolis:
“Traumsex bei Frauen und Männern “

golem:
“iTunes synchronisiert dank Freeware mit jedem MP3-Player”

standard.at:
“Klimawandel Spezial”

heise:
“Datenschutzbeauftragter sieht Mängel im Verbrauchergesetz”
“Mit menschlichen “Guides” gegen Suchmaschinen-Spam”
“Zahnärzte lehnen elektronische Gesundheitskarte ab”
“Innere Sicherheit: Auf der Rutschbahn von Ausnahmegesetzen”
“Freier Fluss der Informationen” droht der US-Regierung zu breit zu werden”

futurezone:
“Alternative beklagen Re-Monopolisierung”
“Die IT-Woche im Überblick”

suedkoreanische chefs befehlen regelmaessiges kampftrinken

ach du scheisse. in suedkorea sollen in ungefaehr 90% aller unternehmen die chefs ihre angestellten dazu auffordern am regelmaessigen kampftrinken teilzunhemen. ansonsten drohen dem sich weigernden angestellten konsequenzen bis hin zur kuendigung:

„Wer bei diesem öffentlichen Besäufnis nicht mitmacht, gilt als nicht teamfähig und wird seinen Job bald verlieren“, berichtet Lee Jai Hoo, ein Ingenieur einer Papierfabrik, der nach eigenem Bekenntnis selbst keinen neuen Mitarbeiter einstellt, der sich nicht „als guten Trinker“ bezeichnet.

„Wenn ich mich weigere“, berichtet eine 29-jährige Grafikdesignerin, „zischt mich der Boss an: Entweder du trinkst oder ich lasse dich das morgen bei der Arbeit spüren.“
[…]
mindestens 90 Prozent aller südkoreanischen Unternehmen verpflichten ihre Mitarbeiter zum regelmäßigen kollektiven Umtrunk, ermittelte die Koreanische Alkoholforschungsgesellschaft. Immerhin haben einige, wie der Stahlhersteller Posco, die Saufregeln spürbar entschärft: Mitarbeiter können eine gelbe Karte heben, wenn sie eine Runde auslassen wollen. Eine rote Karte signalisiert, der Betreffende möchte nach Hause gehen.

Trinken bis zum Exzess wird auch deshalb in Südkoreas Gesellschaft kritiklos toleriert, weil ihm alle wichtigen Kreise frönen. „Unter Politikern, Regierungsbeamten, Geschäftsleuten, selbst Staatsanwälten und Offizieren – also quasi den sogenannten Führungskräften – ist Saufen weit verbreitet“, bekennt Park Jin, Parlamentarier der oppositionellen Grand National Partei.
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schweiz demnaechst mit heimlicher online-durchsuchung

die schweizer machen einen weiteren enormen schritt nach vorn bzw. nach hinten (kommt drauf von welchem standpunkt man das betrachtet) in sachen ueberwachung. sogar die deutschen scheint man ueberholen zu wollen. denn:

Die Schweizer Regierung in Form des Berner Bundesrates hat am gestrigen Freitag den Entwurf (PDF-Datei) für die Änderung des Bundesgesetzes über Maßnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS II) verabschiedet. Das Anti-Terrorpaket ist damit nach langer Debatte für die Beratung im Schweizer Parlament freigegeben. Gemäß dem umstrittenen Papier aus dem Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) sollen Schweizer Sicherheitsbehörden künftig unter anderem zur Terrorabwehr Wanzen und Kameras in Privaträumen installieren sowie Post, Telefon, E-Mail und PC präventiv überwachen dürfen. Darüber hinaus sollen elektromagnetische Ausstrahlungen von technischen Anlagen oder TK-Systemen insbesondere im Ausland erfasst und ausgewertet werden.
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die heimliche online-durchsuchung ist also somit so gut wie angekommen in der schweiz. wenn schaeuble & co von dieser meldung hoeren, werden sie sich wahrscheinlich wieder alle finger danach lecken. mal abwarten was naechste woche wieder fuer meldungen zum thema eintrudeln.

"Big Mother is watching you" – wenn eltern ihre kinder ueberwachen

eltern die ihre kinder rund um die uhr ueberwachen und somit auch deren freiheiten und entwicklung einschraenken. eltern die sich staendig den schlimmsten fall ins gedaechtnis rufen, der ihrem kind widerfahren koennte. wenn diese und aehnliche gedanken quasi zur grundhaltung bei mehr und mehr eltern werden, dann kann irgendwas nicht mehr stimmen. das kann weder gut fuer mutter/vater noch fuer’s kind sein. damit und mehr beschaeftigt sich der lesenswerte sueddeutsche-artikel “Big Mother is watching you”:

Weil inzwischen allen Erwachsenen misstraut wird, ist jene gesellschaftliche Solidarität zusammengebrochen, die dafür sorgte, dass Eltern ihre Kinder auch einmal laufen lassen konnten in der Gewissheit, dass andere auf sie schauten. Wer sich heute bei Ikea zu einem weinenden Kind hinunterbeugt, das vielleicht seine Mama verloren hat, muss damit rechnen, dass eine aufgelöste Mutter auftaucht, um den vermeintlichen Kindsentführer zu vertreiben. Lehrer haben Angst, Kinder tröstend in den Arm zu nehmen, weil sie des Missbrauchs verdächtigt werden könnten.

[via f!xmbr]

swift will systemarchitektur umstellen

die kritik der letzten monate scheint also wirkung zu zeigen. die swift will ihre systemarchitektur umstellen. zukuenftig sollen dann innereuropaeische daten auch nur in europa gespeichert werden (und nicht mehr wie bisher in europa und den usa). desweiteren ist eine sog. safe-harbour regelung geplant. bei der safe-harbour regelung werden europaeischen unternehmen, die in den usa agieren, die moeglichkeiten gegeben europaeische datenschutzgesetze einzuhalten. desweiteren soll eine von der swift eingesetzte arbeitsgruppe das ganze kontrollieren.
klingt ja soweit alles ganz super und toll. doch ein, zwei haken hat die geschichte dann doch. die swift rechnet mit einer umstellungsdauer von ungefaehr drei bis vier jahren (!). und fuer den “kampf gegen den terrorismus” wird die swift selbstverstaendlich auch weiterhin daten rausruecken. die meldung laesst anfangs viel erwarten, ansaetze in die richtige richtung sind seitens swift auch vorhanden, doch hinterlaesst das gesamtbild immer noch einen sehr bitteren nachgeschmack.

[via futurezone]

weitere informationen zur swift und zur weitergabe von vertraulichen daten an die usa, sind in dem futurezone artikel verlinkt und gibt’s u.a. in der wikipedia

section control in oesterreich vorlaeufig gestoppt

im september 2003 wurde die erste section control auf oestereichs autobahnen eingerichtet. die section control (oder abschnittskontrolle) ist:

ein System zur Überwachung von Tempolimits im Straßenverkehr, bei dem nicht die Geschwindigkeit an einem bestimmten Punkt gemessen wird, sondern die Durchschnittsgeschwindigkeit über eine längere Strecke.

Dies geschieht mit Hilfe von zwei Überkopfkontrollpunkten, die mit Kameras ausgestattet sind. Das Fahrzeug wird sowohl beim ersten wie auch beim zweiten Kontrollpunkt fotografiert. Die Identifizierung der Fahrzeuge erfolgt anhand des Kfz-Kennzeichens mittels automatischer Nummernschilderkennung. Aufgrund der benötigten Zeit zwischen den beiden Kontrollpunkten wird eine Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt. Liegt diese über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, erfolgt eine automatische Weiterleitung der ermittelten Daten an die Exekutive.

Da alle Fahrspuren inklusive des Pannenstreifens überwacht werden, sind Spurwechsel irrelevant. Das System unterscheidet zwischen PKW, LKW und PKW mit Anhänger und kann somit unterschiedliche erlaubte Höchstgeschwindigkeiten berücksichtigen.
[wikipedia]

im februar 2006 wurde eine verfasungsbeschwerde gegen diese massnahme eingeleitet. denn das aufzeichnen aller kennzeichen (in den betreffenden bereichen) ist sowohl aus sicht des datenschutzes bedenklich, auch greift es den schutz der privatsphaere an. desweiteren ist der gleichheitsgrundsatz nicht gegeben (wer kurzfristig viel zu schnell faehrt wird unter umstaenden nicht bestraft, waehrend fahrer die konstant ein wenig zu schnell unterwegs sind “kassiert” werden).

der verfassungsgerichtshof hat sich nun dieser sache angenommen und das ganze, zumindest vorlaeufig gestoppt. jedoch nicht aus datenschutzrechtlichen gruenden, sondern aus formellen. bei quintessenz berichtete man darueber und schreibt folgendes:

Werden die Daten sofort nach Feststehen der Einhaltung der Geschwindigkeit gelöscht und ist die Datenerhebung für Autofahrer vorhersehbar, handelt man weiterhin Verfassungskonform, so der VfGH. Bedenken gebe es primär bei der Definition der überwachten “bestimmten Wegstrecke”. Diese muß bestimmten Kriterien erfüllen (zb besondere Gefährlichkeit) und ist vorab per Verordnung im Bundesgesetzblatt vom Verkehrsminister zu veröffentlichen. Dies trifft für keine der derzeitig betriebenen Section Controls zu.
Die Abschaltung wird daher voraussichtlich nur von kurzer Dauer sein – vor allem dort, wo man eine konkrete Gefahrensituation nachweisen kann. Der VfGH bezweifelt zwar, dass es eine rechtliche Regelung gibt, die solche Abschnitte definiert, gibt aber auch zu, das erst Überprüfen zu können, wenn so eine Wegstrecke per Verordnung festgelegt wurde.

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