Daily Archives: 2007-02-09

tageslinks 09-02-2007

telepolis:
“Verräterische Muster im Gehirn”

mellowbox:
“Schäuble bei der taz”

de.internet.com:
“Zypries unsicher bei staatlichem Hacking”
“EMI verhandelt mit Download-Plattformen über Abschaffung von DRM-Systemen “
“Experten: Der biometrische Reisepass ist unsicher und leicht zu knacken”
“Berliner Datenschützer: Online-Durchsuchungen schaden der inneren Sicherheit “

futurezone:
“Skype entfernt DRM-Spyware”
“Forscher bauen flüssigen Computer”
“OGH stoppt biometrische Stechuhr”

heise:
“RSA: Risiko durch Hackerangriffe steigt”
“Mac OS X, der Taschenrechner und die Prozentrechnung”
“Dem US-Geheimdienst NSA geht der Strom aus”
“Neuer Rückschlag für die US-Musikindustrie”
“Neues US-Gesetz zum Schutz von Telefondaten vorgeschlagen”

golem:
“Apple pfeift auf Windows Vista”
“Software hebelt Kennwortschutz von Vista aus”
“Mitsurfzentrale macht Fon, Maxspot und Sofanet Konkurrenz”
“Kampf um Open Access”

stop1984:
“D: Daten von Studiengebührengegnern landen in Zentraldatei (uebergebuehr.de)”
“Schweiz: Besorgnis über neue Minidrohne bei Datenschützern (20Minuten)”
“Österreich: Krankenakte bald online verfügbar? (Wienweb)”

neues von wahlcomputern

bei heise findet sich ein artikel zur aktuellen internationalen situation rund um das thema wahlcomputer. in belgien zum beispiel macht man sich derzeit ueber sinn und zweck von wahlcomputern gedanken:

“[…] hofft der Aktivist auch auf grundsätzliche Diskussionen über Sinn und Zweck von Wahlcomputern. Es sei immer behauptet worden, die computerisierte Stimmerfassung sei billiger – “sie ist es nicht”, erklärte der Belgier. Parlamentarische Anfragen hätte inzwischen zutage gefördert, dass sich die Kosten gegenüber der Papierwahl tatsächlich von 1,50 Euro auf 4,50 Euro pro Wählerstimmer verdreifacht haben.” [alles lesen]

anti-demokrat teltschick

wie komme ich zu dieser behauptung? durch folgendes zitat:

“Es ist die Tragik jeder Demokratie, dass bei uns jeder seine Meinung öffentlich vertreten darf und dass man politisch Verantwortliche in einer Demokratie schützen muss. In Diktaturen würde so etwas nicht passieren.”

teltschick (uebrigens ehemaliger berater von helmut kohl) versucht zwar alles ein bisschen runterzuspielen:

“Horst Teltschik räumte auf Nachfrage der SZ ein, dass seine Aussage “missverständlich‘‘ gewesen sei. “Es war ein Fehler.‘‘ Dass er gegen Meinungsfreiheit sei, könne ihm aber niemand unterstellen. Seine Äußerung sei nicht auf die Gegendemonstrationen bezogen gewesen. “In der Tat halte ich es aber für eine Tragik, dass in einer Demokratie, wo die Versammlungsfreiheit im Grundgesetz verankert ist, die Sicherheitskonferenz und die Politiker mit einem Großaufgebot von Polizei geschützt werden müssen.‘‘

Wären die Demonstrationen friedlich, bräuchte man nicht diesen Aufwand. “Sie stiften Unfrieden‘‘, so Teltschik. Die Aufregung um das Interview halte er für “etwas künstlich‘‘.” [alle zitate aus der sz]

ich wuesste aber nicht was oben im ersten zitat missverstaendlich sein sollte. der herr hat sich eindeutig gegen demokratie fuer diktatur ausgesprochen.
was fuer ein glueck fuer teltschick, dass wir alle noch in einer demokratie leben, wo jeder seine (auch noch so bescheuerte) meinung ungestraft kundtun kann ;)

[urspruenglich gesehen bei mellowbox]

die dummheit des volkes

mit der ueberschrift will ich mich nicht ueber andere stellen. aber manchmal kann man sich auch dieses gefuehls nicht erwehren. (siehe hier)
auf f!xmbr wird das auch trefflich kommentiert:

“Wie schon bei der Killerspiel-Debatte schaffen es so nette Politker wie Schäuble, das Volk zu vereinnahmen, zu verarschen – der Großteil der Menschen in unserem Land drückt solchen vertrauenswürdigen Menschen die geheimsten Gedanken, das ausgelagerte Gehirn in die Hand. Die Menschen in unserem Land wollen einen Führer, wollen jemanden, der sagt, wo es langgeht – das Volk braucht jemand, der ihnen das Denken abnimmt, ist ja auch ziemlich schwer das alles. Dieses Volk ist einfach nur selten dämlich. […]” [weiterlesen]

"die trojanische kriegserklaerung"

in der taz gibt es heute eine 11 fragen/antworten anleitung zum “bundestrojaner”. was dieser macht, wie man sich schuetzen koennte usw.

“5. Ich will den Spitzeln wenigstens das Leben schwer machen. Geht das?

Ja. Am besten Sie beseitigen auf Ihrem Computer schleunigst die Windows-Monokultur. “Programme und Geräte, die nicht über Windows laufen sind zumeist schwieriger zu manipulieren als andere”, sagt Chip-Chef Riedel. Der Quasi-Monopolist Microsoft hat nämlich viele Prozesse standardisiert. Das macht den Windows-PC für Sie leichter bedienbar aber eben auch für Eindringlinge. Offene Tore sind auch Programme wie Outlook, weil sie Mails direkt auf die Festplatte ziehen. Zudem gibt es viele kleine Tricks. Einer davon: Man sollte sich bei Windows nicht mit den Standardeinstellungen als Benutzer anmelden. Sonst gilt man als Administrator mit weitreichenden Befugnissen. “Die hat der Trojaner dann auch “, sagt Baumgart, “deshalb ist es besser, sich einen Extrabenutzernamen zuzulegen und sich mit dem anzumelden.”

6. Wenn ich meine privaten Daten auf einer externen Festplatte deponiere – bringt das was?

Ja. Aber nur, falls Sie die Festplatte nie anschließen, wenn der Computer online ist. Sobald Sie ins Internet gehen, kann der Trojaner auch die externe Festplatte auskundschaften.

10. Hilft es, wenn ich nur noch in Cafés surfe?

Wenn der Trojaner bereits auf der Festplatte ist, spielt es keine Rolle, ob man mit dem Computer in Berlin-Mitte oder in Timbuktu online geht. Wenn man sich zu einem Nomadendasein entschließt, macht man es der Polizei aber schwerer das Spionageprogramm überhaupt zu installieren. “Jemand, der immer in verschiedenen Cafés surft, hätte keinen festen Provider”, sagt Fachjournalist Riedel, “deswegen wäre es für die Beamten schwieriger, den Rechner desjenigen zu identifizieren, der ausspioniert werden soll.”

11. Klingt wie übelste Science-Fiction. Offensichtlich hilft keine Technik wirklich dagegen. Was dann?

Wenn Sie sich schützen wollen, müssen Sie doch mal politisch aktiv werden. CCC-Fachmann Baumgart rät: “Das Einzige, was wirklich hilft, ist Druck auf die Abgeordneten im Bundestag zu machen, dass sie diesem umfassenden Angriff auf die Bürgerrechte nicht zustimmen.” [zum vollstaendigen taz-artikel]

kurz zusammengefasst: finger weg von windows! zumindest auf mac, besser noch auf linux umsteigen. alle moegliche sensiblen und privaten daten auf externe festplatte speichern und diese nur an den rechner haengen, wenn dieser gerade offline ist. und am besten nur noch unterwegs surfen. gut, das letztere ist vielleicht ein bisschen umstaendlich und unkomfortabel. wegen jeder mail mal eben ins internetcafe zu latschen ist nicht so das wahre.
aber das wichtigste ist und bleibt, dem wahnsinn auf politischer ebene zu begegnen und dafuer zu sorgen, dass schaeuble und co. mit ihren faschistoiden ideen gar nicht so weit kommen. wenn das nichts bewirkt kann man immer noch auswandern oder sich der oben genannten punkte annehmen.

[heimlich und lautlos gefunden bei netzpolitik.org]

zitat: schwule und frauenfeindlichkeit

“[…] Fast ist man an einen Ralf-König Comic erinnert, in dem die beste Freundin mittels epileptischer Dialektik schließlich zu dem Schluß kommt, das schwule extrem frauenfeindlich seien, weil sie eben keine Lust haben mit ihnen zu schlafen. […]” [ganzen text bei batzlog lesen]