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#DNP12 – Mein kleiner Rückblick


#DNP12 (Daten.Netz & Politik), der 1. österreichische Netzpolitikkongress, liegt mittlerweile schon etwas mehr als einen Monat zurück – Zeit also für einen kleinen Rückblick meinerseits.

Vorneweg nochmal: ich hab auch als Blogger an dem Kongress teilgenommen. Dadurch hab ich mir das Ticketgeld gespart. Bedingung dafür war es, 4 Blogposts zu verfassen. Jeweils einen vor und nach dem Kongress und 2 direkt vom Kongress zu bestimmten, mir zugeteilten Vorträgen. (ist auch alles mit dem Suchbegriff #dnp12 hier zu finden)

Der #DNP12 fand am 8.+9. September 2012 im Wiener Palais Kabelwerk statt. Es gab einen durchgängigen Vortragsslot und parallel dazu selbstorganiserte Workshops. Das Programm war ein sehr umfangreiches und hat gerade auch in Kombination mit den Workshops ein sehr breites Spektrum an “Netzthemen” abgedeckt.
Zu den einzelnen Vorträgen möchte ich eigentlich gar nicht so viel schreiben. Zumal alle schon inhaltlich bei unwatched.org während des Kongresses verbloggt wurden. Zum Anderen, weil alles auch als Video- und Audiorecording zur Verfügung steht.

Ich möchte mehr auf das organisatorische und Drumherum etwas näher eingehen. Also das, was man in den Aufzeichnungen nicht sieht. Vielleicht auch als kleinen Verbesserungsvorschlag an manchen Stellen für nächstes Jahr.

Insgesamt war es ein sehr gelungener Auftakt für den 1. netzpolitischen Kongress in Österreich. Die Atmosphäre war entspannt, die Leute die da waren, wollten auch wirklich da sein und ich für mich persönlich, hab ein paar wichtige Eindrücke und Anreize mitgenommen, auch selber mehr und zielgerichteter aktiv zu werden. Und man hat natürlich endlich mal ein paar Leute auch so in echt kennengelernt und andere wiedergetroffen. Ist ja auch sehr wichtig und angenehm bei solchen Veranstaltungen.
Insgesamt bin ich also sehr zufrieden und an der Stelle auch noch mal ein großes “Danke!” an die Orga, alle Helfer (v.a. die Audio- und Videoleute für die Aufzeichnungen) und alle Speaker! Ein spezielles Danke geht auch noch mal an @leyrer, der mir eine mehr als komfortable Übernachtungsmöglichkeit bereit gestellt hat!

An Verbesserungsmöglichkeiten sind mir eigentlich nur 2 Punkte aufgefallen:

1. Vortrags- und Workshopprogramm liefen den ganzen Tag durchgängig ohne größere Verschnaufpause. Einerseits versteh ich den Gedanken, möglichst viel Sachen an einem Wochenende unterbringen zu wollen. Andererseits würde es, glaube ich, der Veranstaltung auch nicht schaden, zumindest eine größere Pause zwischendurch einzulegen. Damit alle Anwesenden etwas durchschnaufen und ohne Druck socialisen können.
2. Die Akustik im Workshopraum war teilweise sehr schlecht. Die Idee eines offenen Workshopraums war gut gemeint, hat aber nicht funktioniert, wenn im Eingangsbereich noch Gespräche stattgefunden haben. Da sollte man sich beim nächsten Mal überlegen, einen wirklich geschlossenen Raum zu nehmen.

Dann gab es noch 2 Besonderheiten bei den Ticketpreisen. Zum Einen gab es geförderte Community-Tickets, zum Anderen das Frauen-Tickt. Beides finde ich eine gute Idee, die im nächsten Jahr vielleicht auch noch mal etwas besser kommuniziert werden sollten.

*das Community-Förderticket: Idee dahinter ist, dass durch Sponsorengelder auch Leute an dem Kongress teilnehmen sollen, die sich den Vollpreis nicht leisten können. Die entsprechenden Personen zahlen dann, den für sie angemessenen Betrag an der Kasse, der Rest wird durch die Sponsorengelder mitfinanziert. Eine schöne Idee, wie ich finde, die nächstes Jahr unbedingt fortgesetzt werden sollte.
*das Frauen-Ticket: hierbei geht es darum, die generelle schlechte Frauenbeteiligung bei solchen Kongressen, durch ein ermäßigtes Ticket für Frauen, etwas aufzuwerten. Dazu gab es im Vorfeld einen kleinen Shitstorm. Ich sehe es in dem Fall aber ähnlich wie die Organisation – solange es kein ausgewogenes Geschlecterverhältnis bei solchen Veranstaltungen gibt, sollte man auch Anreize schaffen, dieses Ziel zu erreichen.

Ansonsten nehm ich für mich nur positive Erinnerungen mit und bin nächstes Jahr sehr gerne wieder mit dabei!

Btw: die Afterparty am Samstag im Metalab sollte auch unbedingt beibehalten werden. Sehr passende und interessante Location, die ich bei der Gelegenheit auch endlich zum ersten Mal besucht habe.

Ein kleines Andenken aus dem 3D-Drucker durfte ich mir auch mitnehmen:

ein pinkes nashorn!:)

Barcamp Graz 2012 – Mein Rückblick

Das Barcamp Graz 2012 ist zu Ende und ich möchte dazu mein persönliches Fazit aus Orgasicht ziehen.

Grundsätzlich finde ich, haben wir als Orga wieder ein sehr gutes, solides Barcamp auf die Beine gestellt. Die Location hat gut gepasst, das Catering vom Ginko war wie gewohnt äußerst lecker und die Teilnehmer tauschten sich in den Sessions und anschließenden Diskussionen intensiv aus. Von dem her alles top.

Für mich persönlich war es jedoch sehr kräfteraubend. Das mag auch stark am wenigen Schlaf und dem (Frei)Bierkonsum liegen, hat aber auch mit den organisatorischen Dingen zu tun, die mir zu Teil wurden. Zum einen “selbstverschuldet”, weil ich gewisse Sachen im Barcampkontext als wichtig erachte und diese deshalb auch einfach mache. Sowohl im Vorfeld, als auch dann vor Ort. Teilweise war ich auch mit manchen Sachen, die ich gemacht habe, nicht so ganz zufrieden. Gefühlt zumindest.

-> Ich will damit ausdrücklich nicht(!) die Arbeit der anderen Orgas schmälern oder schlecht reden. Jeder hat seinen Teil beigetragen und ist seinem Aufgabengebiet gerecht geworden. Es war wie immer ein sehr angenehmes Zusammenarbeiten.

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Vielleicht liegt dieser etwas bittere Nachgeschmack auch daran, dass es meiner Meinung nach wenig Feedback gab, weniger Interaktion im Netz als erwartet und eben die No-show Rate, die dieses mal relativ hoch ausgefallen ist.

zu dem Punkt mit dem Feedback:
Das kann man jetzt auch so werten, dass eigentlich alles ok war und die Leute keinen Grund hatten sich zu beschweren. Andererseits hab ich auch die These, dass das Barcamp Graz dieses mal einfach egaler war als sonst. Die hohe No-show Rate und die Nachbereitung seitens der Anwesenden sprechen irgendwie dafür.

Interaktion im Netz:
Das war auch eines der Dinge die mich dieses Jahr ziemlich überrascht hat. Auf Twitter haben immer nur die mehr oder weniger gleichen Leute zum #bcg12 getwittert und es kamen auch kaum Anfragen, Beschwerden, Wünsche oder so über den @bcgraz Account rein. Das war schon Mal anders.
Ein plausibler Erklärungsansatz dafür wurde mir aber schon mitgeteilt: es gab viele spannende und intensive Diskussionen. Daneben noch zu Twittern ist immer schwierig und der Diskussion vor Ort auch nicht dienlich.
Was ich dennoch schwach finde, ist die Beteiligung im Wiki. Vor allem jetzt im Nachhinein, wo ausser ein paar Ausnahmen, die Vortragenden nichts zu ihren Sessions verlinkt haben. das hat letztes Jahr definitiv besser funktioniert.

Die No-show Rate:
Ja, angemeldet hat man sich schnell mal. Termine können dazwischen kommen oder man kann auch einfach mal was vergessen. Aber das so viele Leute ohne Rückmeldung einfach nicht auftauchen, finde ich persönlich schon ziemlich enttäuschend. Es ist ja nicht so, dass wir als Orga da keine Arbeit reinstecken, das ganze möglichst so zu organisieren, dass alle eine produktive und interessante Zeit haben. Des Weiteren müssen wir auch mit dem Budget, das uns von den Sponsoren zur Verfügung gestellt wird haushalten. Und wenn da einfach mal über ein Drittel der Leute nicht erscheint, zeugt das auch nicht gerade von übermässiger Wertschätzung der Veranstaltung gegenüber.

bezüglich den einzelnen Themencamps:
Dieses Jahr lag das DesignCamp etwas brach bzw. war es von den Themen her nicht so spannend besetzt. Aus dem ganz einfachen Grund, weil die Designer die 2010 noch sehr stark und letztes Jahr zumindest noch teilweise das ganze gepusht haben, dieses mal komplett weggefallen sind. Über die Themencampaufteilung wird man für nächstes Mal ohnehin noch gesondert diskutieren müssen. Da entwickeln sich momentan, glaube ich, zwei verschiedene Lager…

Ein weiterer Punkt, den wir im Anschluss noch mal ein wenig in kleinerer Runde diskutiert haben:
Es waren kaum FH- und TU-Studierende vor Ort. Wenig verständlich find ich das bei den FH-Studis, gerade bei den Infodesignern, in deren Räumen das ganze stattfand. Zumal es da auch ein paar Zusagen gab.
Seitens einiger TU-Studenten gab es im Anschluss anscheinend auch noch ein paar komische Anmerkungen in der TU-Newsgroup. Aber der Schwachsinn muss hier nicht noch mal aufgewärmt werden.

Nichtsdestotrotz fand ich das Barcamp Graz dieses Jahr wieder eine gelungene Veranstaltung. Die Leute, die auch da waren, hatten meiner Einschätzung nach eine gute Zeit und wir als Orga haben insgesamt auch einen ziemlich guten Job geleistet.
Dieses mal wird es den Großteil der Sessions auch als Videoaufzeichnung geben – Dank für den Einsatz geht an @piriam die das so ziemlich allein gestemmt hat!

Nächstes Jahr gehts auf jeden Fall weiter!
(btw: Das Feedback aus der Feedbackrunde, auf das ich jetzt nicht vollständig eingegangen bin, wird auf jeden Fall auch noch mal im Orga-Team besprochen.)

PS: Kommentare zu meiner Einschätzung der Dinge wären super. Vielleicht sehe ich gewisse Punkte etwas zu verbohrt. Vielleicht haben die anderen Orgas und Teilnehmer, das anders erlebt. Vielleicht stimmt ihr aber auch mit mir darin überein. Einen Realitätsabgleich fänd ich in jedem Fall wünschenswert!

barcamp graz 2011 – ein kurzes review

bcgraz_logo_2010
vor 2 wochen kamen also wieder interessierte menschen in graz zusammen um dem barcamp beizuwohnen (was ist ein barcamp? fuer diejenigen, die damit nichts anfangen koennen). wie auch letztes jahr wieder unter den 4 vorgegebenen themenschwerpunkten: politik, design, wissensmanagement und mobile (i-)devices.

vorneweg: ich war dieses jahr wieder mit im orga-team taetig und moechte mich auch an dieser stelle nochmal fuer die aeusserst gelungene zusammenarbeit bedanken. vieles ging dieses jahr deutlich stressfreier und einfacher von der hand. zum einen weil man auf kontakte vom letzten jahr zurueckgreifen konnte, zum anderen natuerlich, weil man das alles schonmal gemacht hat und etwas erfahrung aus dem vorjahr mit einfliessen lassen konnte.
#bcg11_congress #bcg11_preperations #bcg11_preperations2

auch insgesamt bin ich deutlich zufriedener als letztes jahr. wobei letztes jahr nicht schlecht war. im gegenteil. aber dieses jahr war ich etwas aktiver dabei als 2010. u.a. mit einer session zur vorratsdatenspeicherung (slides als pdf) – die es auch so aehnlich schonmal beim webmontag gab – die ich zusammen mit andy gehalten habe. es gab auch einiges mehr an input und die biersession musste dieses jahr nicht aufgeloest werden ;)

wie gesagt, ich bin sehr zufrieden und will das deshalb hier auch nicht kaputt schreiben. die location (grazer congress) hat super funktioniert, das catering vom ginko war wie gewohnt sehr lecker, die sessions haben an qualitaet gewonnen und die leute vor ort waren, glaub ich, auch alle ziemlich zufrieden mit dem barcamp.
#bcg11_paperwiki #bcg11_ginko #bcg11_terrasse

das feedback, dass uns gegeben wurde wird natuerlich ins naechste barcamp mit einfliessen. es wurde alles fein saeuberlich notiert und bereits mehrfach digital vervielfaeltigt. solltet ihr aber dennoch was anzumerken haben, hier rein bitte. solltet ihr noch slides zu den einzelnen vortraegen oder irgendwelche anderen relevante links haben, bitte reinschreiben.
und ueberhaupt, alles weitere findet ihr ohnehin im wiki: barcamp.at – z.b. die links zu den livestreams/recordings (danke an die fh dafuer!), die sessions, und und und…

ich fuer meinen teil, freue mich auf jeden fall auf naechstes jahr!
#bcg11_afterbiersession #bcg11_cisbox #bcg11_feedbackrunde

die fotos (ausser das logo ganz oben) stammen alle von mir und stehen somit unter cc-by-nc

weitere links:
@bcgraz
@wissenscampgraz
@pcg11
#bcg11
und fuer naechstes jahr schonmal #bcg12
interview mit robert und mir im designmonat graz 2011 programmheft
(seite 1 | seite 2)
bilder auf flickr: tagged bcg11 und barcamp graz group

50 years of electronic music in 3 min

50 jahre verpackt in 3 minuten. das kann natuerlich nicht zur vollstaendigen zufriedenheit fuehren. dennoch, einige wichtige stationen der entwicklung elektronischer musik werden in dem 3 minuten clip zusammengefasst.
auf jeden fall bemueht und ist ja anscheinend auch erstmal nur ein teaser – deswegen – reinhoeren!

[direktlink]

A close minded sampling of tracks showcasing the history and development of electronic music over the past 50 years. For my senior project, “The History of Electronic Music.”

[via tanith]

springguerilla – review

springten
das verlaengerte wochenende als springguerilla war lang und anstrengend, hat aber auch mindestens genauso viel spass gemacht. dazu gibts jetzt, wie angedroht, nochmal ein paar saetze.
aufgabe der springguerilla war es permanent statusupdates vom springfestival zu liefern. das heisst, stimmungsberichte aus den einzlnen locations, fotos, wartezeiten, erwaehnswerte dinge die rund ums festival stattfinden, …usw. und das verpackt in 140 zeichen.
ums kurz zu machen, wir haben vom festival getwittert.

sprinten_springuerilla
dafuer haben alle, die noch keins hatten, ein smartphone geliehen bekommen und fuer die jeweiligen schichten einen springguerillapass (was in etwa ein festivalpass, mit dem privileg nicht anstehen zu muessen, ist). alle die sich fuer eine bestimmte mindestanzahl an schichten eingetragen haben, konnten den pass behalten und hatten somit auch alle vier tage kompletten zugang zum festival. ich hab natuerlich das 4-tages-programm durchgezogen – ganz oder gar nicht ;) (auch wenn das dank zuwenig schlaf und zuviel bier spaetestens am sonntag komplett zurueck geschlagen hat…)

vielleicht nochmal grob zur idee hinter den springguerillas: kleine grueppchen (2 – 3 leute) streifen staendig durch das festival und die verschiedenen locations, twittern von dort statusmeldung, wartezeiten, besondere vorfaelle oder auch einfach nur wer gerade am beschallen ist. zusaetzlich dazu werden fotos gemacht und diese sofort vom smartphone aus zu irgendeinem fotodienst hochgeladen. dabei hatten wir die moeglichkeit die offizielle app, den festivalpiloten (der dann damit den @springpilot gefuettert hat), zu nutzen und/oder unsere eigenen twitteraccounts. ich hab beides gemacht, wobei wesentlich mehr im festivalpilot gelandet ist.
der fesitvalpilot selber ist eine kostenlose app fuer android und iphone, die sich auch jeder laden und benutzen kann. was mich rueckblickend auch extrem wundert, dass kaum spam oder sonstiger muell (beleidigungen, rumgetrolle, etc.) im stream gelandet ist. weil benutzen (und somit auch twittern) ueber die app kann jeder. und das auch noch anonym. vielleicht haben das aber auch nur zuwenig leute mitbekommen?! :)

die app selber war leider noch in einem etwas experimentellen zustand, als wir das wochenende ueber damit geaerbeitet haben. unerwartete abstuerze, probleme beim bilderupload, ausbaufaehige usability – was aber auch der relativ kurzen entwicklungszeit und der crossplatform-entwicklung unter phone gap geschuldet ist.
es war auch nicht so, dass das ding unbenutzbar ist. es muesste halt nur noch etwas an den ecken und kanten poliert werden, denn die idee dahinter find ich sehr ansprechend.

springten_-_semmel_mit_irgendwas
was noch negativ aufgefallen ist – die absprache mit den tuerstehern war (v.a. am ersten abend) noch ausbaufaehig, da es doch hin und wieder zu problemen mit dem einlass gekommen ist. ausserdem gab es auch schwierigkeiten bei dem mitnehmen von fotoausruestung, in manchen locations. ein paar security-leute hatten sich da sehr eigen, wenn man bedenkt, dass der springguerillapass eine art presseausweis ist.

sonst bleibt noch zu sagen: es hat sehr viel spass gemacht, trotz meines ganztags-ko’s am sonntag.
danke auch in die mitguerillas (vor allem an die, mit denen ich unterwegs war!)
ich bin in jedem fall gespannt ob und wie das naechstes jahr fortgesetzt – und ob hans peter wiederkommt :).

update:
ganz vergessen. joris (der auch als springguerilla unterwegs war) hat mit seiner kamera ein bisschen gefilmt. das ergebnis ist zwar recht kurz, dafuer aber sehr gelungen, wie ich finde:


[direktlink]

weitere links:
springfestival.festivalpilot.com
springfestival flickrstream
weitere springten bilder auf flickr
youtubechannel

barcamp graz 2010 – review

rueckblickend (nachdem ich etwas schlaf nachgeholt, die biere ausgenuechtert ;) und ein paar gedanken geordnet habe) ein paar saetze zum barcamp graz 2010.

bcgraz_2010_logo
fuer mich wars das erste mal eine veranstaltung in dieser groessenordnung (ueber 200 anmeldungen, letztendlich sind ca.150 davon erschienen) mitzuplanen. funktioniert hats trotzdem. sowohl fuer mich, als auch fuers barcamp selber. das ist groesstenteils auf die anderen mitorganisatoren zurueckzufuehren, die alle sehr viel zeit, energie und begeisterung da rein gesteckt haben.
danke an dieser stelle nochmal dafuer! es war ein wirklich sehr angenehmes zusammenarbeiten, bei dem vieles einfach von selbst zu laufen schien.

aber zum barcamp selber:
insgesamt hab ich das gefuehl, dass alle teilnehmer ziemlich zufrieden mit dem camp waren. das meiste und positivste feedback kam eindeutig fuer die grossartige location, die uns die cis im rahmen des designmonats 2010 zur verfuegung gestellt hat. gefolgt vom lob an das sehr gute catering von ginko.
als ein weiteres highlight sei noch die twitterwall genannt, die wir da freitag nachmittag hingeschleppt und aufgebaut haben.
(bilder folgen)

es gab aber natuerlich auch negative kritik, die jedoch immer wieder als jammern auf hohem niveau bezeichnet wurde ;)
neben ein paar kleinigkeiten, von denen einige auch mit der generellen struktur eines barcamps zusammenhaengen, vielleicht ein paar worte zu den wichtigeren sachen:

-es gab keine vorstellungsrunde
mir persoenlich ist die eigentlich ziemlich egal. spaetestens nach der 20ten person (auch wenn sie nur kurz name und 3 tags nennt) schalte ich bei sowas ab. aber gut, andere moegen das anders sehen und damit was anfangen koennen. ich hab die weggelassene vorstellungsrunde jetzt nicht als so problematisch gesehen.

-der sessionplan im wiki
dafuer moechte ich mich auch nochmal entschuldigen. das war eigentlich eine meiner aufgaben, die ich am freitag komplett verpeilt hab und am samstag anscheinend nur so irgendwie halb hingekriegt habe.
zu samstag muss ich sagen, ich hab versucht das ding immer mal wieder zu aktualisieren. aber einerseits hat das mit dem wackligen wlan manchmal, nicht wirklich spass gemacht. andererseits hat sich dann ohnehin nach 5 minuten wieder die haelfte geaendert. und den ganzen tag vorm papier-wiki zu hocken… naja, ihr wisst schon.
ich haette nochmal ueberall explizit dazu schreiben sollen, dass im zweifelsfall das papier-wiki zu checken ist. sorry dafuer!

-location am samstag abend (lendwirbel)
es wurde bemaengelt, dass der spezifische treffpunkt am abend zu spaet bekannt gegeben wurde. da haben einige faktoren mitgespielt: es hat sich nach der letzten session am samstag alles ziemlich schnell zerstreut – vor allem nach der biersession, die leider aufgeloest wurde :). und wir haben das auch erst samstag abend kurzfristig beschlossen, als eben einige schon weg waren.
als wir dann den treffpunkt beschlossen hatten, wurde das auch allen die noch vor ort waren mitgeteilt und sofort getwittert. fuer solche faelle war eigentlich auch der offizielle twitteraccount mitgedacht – schnell und einfach so kurzfristige updates an alle zu verteilen. (war dann wahrscheinlich doch nicht das richtige mittel der wahl fuer die teilnehmenden barcamper!?)

-unterschiedliche informationen an verschiedenen stellen
hauptkritikpunkt hier war, glaub ich, dass auf der barcamp graz site manchmal andere informationen standen, als im wiki. ist vollkommen richtig, dass sowas verwirrend ist und auch nicht vorkommen sollte.
was man vielleicht auch noch haette besser kommunizieren koennen, warum es denn ueberhaupt diese extra website gab. das ist scheinbar bei einigen nicht so richtig angekommen. zum einen, um dem barcamp ein eigenes, frisches gesicht, mit den wichtigsten infos zu geben. zum andern um leuten, die mit dem wiki nicht klar kommen eine einfache anmeldemoeglichkeit zu bieten. anscheinend gabs da unklarheiten wodurch es auch zu einigen doppelanmeldungen gekommen ist (obwohl auf der anmeldeseite darauf hingewiesen wurde!)

-zu lange sessions
kann ich jetzt nicht soviel dazu schreiben. vielleicht sollte man da so eine flexible zwischenloesung nehmen. generell so um die 20min sessions, mit der option bei bedarf eine doppelsession zu halten.

aber abgesehen davon (und noch ein paar kleinigkeiten) fand ich – und anscheinend auch die meisten von euch – das barcamp sehr gelungen. obwohl ich selber kaum dazu gekommen bin, mir sessions anzugucken. hat trotzdem sehr viel spass gemacht das alles.

danke nochmal an alle teilnehmer, helfer, sponsoren und speziell natuerlich an die mitorganisatoren!

links:
barcamp graz 2010
wiki: barcamp graz 2010
fotos auf flickr
aufgezeichnete streams auf ustream

“Sicherheit essen Kinder auf”: (kurze) eindruecke

wie angekuendigt fand letztes wochenende die veranstaltungsreihe “Sicherheit essen Kinder auf” in graz statt. aufgeteilt war dies in 3 teile, wobei ich den letzten teil (das soli-konzert) ausgelassen habe. zu den anderen beiden gibts jetzt ein paar kurze eindruecke:

Totale Überwachung – und warum wir uns dagegen wehren müssen
Sa 28.2., 18 Uhr, Ort: Spektral, Lendkai 45
Vortrag und Diskussion mit: Prof. Hermann Maurer (TU Graz)
:
der vortrag beschaeftigte sich, wie der titel sagt, mit ueberwachung. fuer mich gabs da relativ wenig neues zu hoeren, deshalb will ich nur kurz ein paar angesprochene themen auflisten:
google, rfid, microsoft (& der fast yahoo kauf), datenspuren im netz, und irgendwas hab ich sicher noch vergessen.
im laufe des vortrags schwang das pendel dann auch mal richtung blogs und die wikipedia. von diesen sachen war maurer nicht sonderlich ueberzeugt. grundtenor war in etwa – blogger sind leute mit einer aufmerksamkeitsspanne einer eintagsfliege, die alles unreflektiert rauskrakelen. die wikipedia hat die “klassischen” enzyklopaedien kaputt gemacht und bietet gerademal mittelpraechtiges wissen.

zu den blogs: es bleibt jedem selbst ueberlassen welche blogs man liest. sicherlich gibt es unzaehlige die lolcats und was-es-heute-zum-fruehstueck-gab als themen haben. so what!? es gibt genauso diejenigen, die lange reflektierte texte haben, positionen (man mag es nicht glauben, gelegentlich auch ueber dem ueblichen stammtischniveau) diskutieren, vielleicht auch neue sichtweisen eroeffnen und vor allem auch themen behandeln die in den klassischen medien wenig bis kein gehoer finden. die erfahrung mache ich zum beispiel aeusserst regelmaessig. und abgesehen davon, warum sollen blogs nicht auch der unterhaltung dienen?
zur wikipedia: es wurde mal wieder das alte klaglied angestimmt. die boese, boese wikipedia macht die ganzen enzyklopaedien ala brockhaus und wie sie alle heissen, kaputt. und ueberhaupt, in der wikipedia ist ja alles bloss so mittel – meistens. was voellig ausser acht gelassen wurde, die wikipedia bietet ploetzlich einer riesigen anzahl von menschen zugang zu wissen (die qualitaetsdebatte will ich an dieser stelle nicht aufreissen), dies schnell, unkompliziert, kostenlos und leicht durchsuchbar. alles offensichtlich wichtige eigenschaften, die die anderen bisher nicht in dieser form bieten konnten.
damit das jetzt nicht zu ausufernd wird – es geht schliesslich um die vortraege allgemein – brech ich das an der stelle mal ab. ich will jetzt auch nicht wikipedia und blogs allgemein in schutz nehmen, da gaebe es ziemlich viel verbesserungswuerdiges, aber die ausfuehrungen von maurer fand ich in der hinsicht nur schwach. quasi das was er den blogs vorwirft, hat er da selbst angewandt – unreflektiert und schlecht recherchiert.

zum schluss gabs dann nochmal einen kurzen ausblick richtung zukunft. auch nur kurz in stichworten: drohnen, zunehmende ueberwachung / datensammelungen, aber man wird sich auch in zukunft wehren bzw. mit genuegend motivation, sich dem entziehen koennen.

insgesamt gab der vortrag einen relativ weitgefaecherten einstieg zum thema ueberwachung. fuer mich persoenlich altbekannte sachen ;) aber anhand der reaktionen des publikums konnte man auch sehen, dass es fuer einige relatives neuland war. auch kam der vortrag etwas unterhaltsamer rueber als so manch anderer zu diesem themenkomplex.
abgesehen von den beiden oben angesprochen sachen, hat mich gestoert, dass es doch relativ wenig konkrete vorschlaege fuer den einzelnen gab, wie man sich denn nun schuetzt, was man gegen die datensammel- und ueberwachungswut machen kann.

immerhin das buch “Kampf dem großen Bruder” von Hermann Maurer gabs fuer die besucher fuer umsonst (bzw. gegen eine freiwillige spende) ;)

Weg mit §278a! Politische Praxis und staatliche Repression
So 1.3., 18 Uhr, Ort: Sub, Kaiser-Josef-Kai 66

jan, einer der 10 tierrechtsaktivisten, der aufgrund des paragraphen 278a ins gefaengnis kam, erzaehlte von seinen erlebnissen und erfahrungen dort. am anfang wurde natuerlich erst mal kurz erlaeutert wie es dazu kam, mit welchen “begruendungen” die polizei ihre aktionen rechtfertigte etc. das kann man aber auch an anderer stelle nachlesen. darueber wurde schon einiges berichtet und ich gehe einfach mal davon aus, dass man ueber die scheisse die da passiert ist, bescheid weiss.

viel spannender in dem zusammenhang fand ich die schilderungen vom gefaengnisleben.
spaerliche ausgestattete zelle, probleme/lange wartezeiten beim organisieren von kleidung, buechern, tabak und so weiter, eintoeniges dasein, diskriminierendes bis rassistisches verhalten der polizei/waerter gegenüber auslaendischen gefangenen, dennoch ein gewisser zusammenhalt der haeftlinge untereinander (also nicht so wie man das aus filmen kennt), fernseher oder radio in der zelle war schon luxus, duschen zweimal in der woche, essen von schlechter qualitaet (v.a. wenn man veganer ist), besucher nur einmal (oder waren es zweimal?) pro woche fuer 30 minuten.
insgesamt wurde die zeit im gefaengnis schon als ziemlich trisst dargestellt und wenn man nicht das glueck hat radio oder fernseher in der zelle zu haben und auch nicht an zeitungen kommt, kriegt man eigentlich kaum was mit von draussen.

allgemein sind mir relativ viele parallelen zum fall andrej holm aufgefallen. gerade was die “verdachtsmomente” der ermittler angeht. stichwort “konspiratives verhalten”: wenn man beispielsweise das handy zu hause laesst, keine genauen treffpunkte mit uhrzeit am telefon vereinbart oder seine mails verschluesselt. und aehnliches.
auch scheint es bei diesem fall keine ermittlungsergebnisse zu geben. zumindest wurde bis jetzt noch nichts gefunden, was die ganze aktion irgendwie gerechtfertigt haette. meiner meinung nach wird es dazu auch nicht kommen.

um zum schluss zu kommen: insgesamt denke ich schon, dass es weiterhin einen gewissen bedarf an solchen veranstaltungen in graz gibt. datenschutz und ueberwachungsthemen werden zunehmend populaerer und die sensibilisierung der leute scheint (wenn auch langsam) in gang zu kommen.
auch wenn der zweite teil im sub eher schlecht (im vergleich zum ersten teil) besucht war, was eventuell auch an der location gelegen haben koennte – aber ich weiss es nicht. man sollte sowas in zukunft auch besser propagieren, ich bin da wirklich nur durch zufall drauf gestossen. wobei, man sich dann auch auf die suche nach einer anderen location machen muesste. beide, das sub und das spektral, bieten nicht wirklich viel platz. und das spektral war schon ziemlich voll im ersten abend.
bleibt zu hoffen, dass zukuenftig mehr solcher veranstaltungen – vielleicht auch in verbindung mit workshops, kunstaktionen und so weiter – in graz stattfinden.