Tag Archives: haider

"Tod, Verklärung und reales Leben"

noch ein kommentar zu haider aus dem standard:

Wenn von “Pietät” die Rede ist, dann sei daran erinnert, wie sich Haider über andere Menschen geäußert hat, etwa einen leukämiekranken Schuldirektor. Oder über den erstickten Omofuma.

Die Versuche von einigen Intellektuellen, auch im Standard, Haiders NS-Affinität, die er als fixen Bestandteil in die heimische Politik einführte, irgendwie wegzuerklären oder gar als “Obsession” seiner Kritiker auszumachen, ist eher lächerlich. “If it talks like a duck, if it walks like a duck, it is a duck”, sagt der Amerikaner. Die Aufgabe von Journalisten ist es, zu sagen, was ist.
Jörg Haider wurde von seiner inneren Dynamik in den Tod getrieben, die tatsächlich tragisch ist. Objektiv hat sich aber ein wichtiger Politiker durch absolut verantwortungsloses Verhalten umgebracht.

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damit ist das thema dann hier auch erstmal abgeschlossen.

[via ak’s soup]

"Haider, der unerkannte Austrofaschist"

das wird jetzt mal wieder ein etwas laengerer quote. ich hab mich schon zurueckgehalten ;) aber der kommentar menasse’s spricht viele gute punkte an. auch diese unkritische berichterstattung der letzten woche ueber haider. der typ wurde ja teilweise hochgejubelt nur weil er ploetzlich tot war und kaum hat mal jemand ein kritisches wort verloren, galt dieser auch gleich als pietaetlos. was eigentlich auch schon wieder ein armutszeugnis fuer die medien hierzulande ist:

Das Problem des Austrofaschismus ist, dass er, anders als der Nationalsozialismus, nie sanktioniert und aufgearbeitet wurde. Die Arbeitermörder und Demokratiezerstörer mussten sich nie fragen lassen, ob sie nicht auch Fehler oder gar Verbrechen begangen hatten, im Gegenteil: da sie als konkurrierender Faschismus gegen den Nationalsozialismus und gegen Hitler waren, standen sie nach 1945 plötzlich als Widerstandskämpfer und Antifaschisten da. Während die Nazis „umerzogen“ wurden, konnten sie ungebrochen ihre Weltanschauung in die wiedergegründete österreichische Republik mitnehmen. Als für die Nazis die Umwertung ihrer Werte zwingend wurde, konnten sich die Austrofaschisten mit der Umwortung aller Worte begnügen. Ihr Faschismus hieß nun „Patriotismus“ und aus „klerikal“ wurde in der politischen Programmatik ein nettes „christlich“.

Dieser Faschismus konnte als unschuldiger im gesellschaftlichen Bewusstsein durchgesetzt werden, weil er ja gegen Hitler war, und heute ist er es erst recht. Er braucht keinen Rückgriff auf alte Symbole, weil ihm heute alles zum Symbol des Patriotismus werden kann, die Liebe wie der Hass, die Rührseligkeit gegenüber der heimischen Natur in jedem Wortsinn wie die brutale Ausgrenzung von Ausländern, sozial Deklassierten und anderen „Schmarotzern“. Er braucht keinen Rückgriff auf die alte Programmatik, weil er sie zeitgenössisch leben kann, er hat nichts gegen das Parlament, deren Rechte er etwa durch die parlamentarische Geschäftsordnung beschneiden oder lähmen kann. Er hat nichts gegen eine demokratische Verfassung, weil er von Fall zu Fall für den Bruch dieser Verfassung eine Mehrheit zu organisieren imstande ist, und wenn er es nur mit dem Trick macht, den Widerspruch zur Verfassung selbst zum Verfassungsgesetz zu erklären und damit dem Zugriff durch den Verfassungsgerichtshof zu entziehen.

Aus dem hausgemachten Faschismus wurde ein Fasching, ein Gaudium, eine bejohlte Selbstüberhöhung, der „Feschismus“ (Armin Thurnher), zugleich das geradezu als ontologisch empfundene Rassemerkmal der österreichischen Promenadenmischung, ein sentimental betulicher Stolz darauf, „wie wir sind“, als hätte es kein Werden gegeben.
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[via ak’s soup]
der eigentlich auf den orf.at artikel verlinkt hat.

night haider

hahahaha… fuer so nen scheiss bin ich ja aeusserst empfaenglich. ich lag gerade unterm tisch.
night_haider

:)

[via pimmelsuppe]

das hat ja nicht lange gedauert

bereits am tag nach der wahl schluepft wannabe-reichskanzler haider auch sogleich in die opferrolle, wegen der vermeindlich schlechten in presse im ausland. naja, eigentlich auch nichts neues von der seite…

aber mal abgesehen davon, haider kuendigt zugleich an, beim thema sicherheitspolitik “einige neue und schärfere Akzente [zu] setzen””. nicht das mich das sonderlich ueberraschen wuerde, aber insgesamt schwarnt mir wirklich boeses die naechsten 4 jahre in oesterreich.

und um den sack zu zu machen: eva braunsusanne winter kommt auch in den nationalrat.

file under: wenn auswandern wieder zu einer echten alternative wird.