Tag Archives: hacker

Der Hacker Wau Holland oder Der Kampf ums Netz

Der Deutschlandfunk hat ein Feature über Wau Holland – CCC-Mitgründer und Aktivist der ersten Stunde – gebracht. Anhören!

Wau Holland, eigentlich: Herwart Holland-Moritz, war Mitbegründer des Chaos Computer Clubs. Zuletzt unterrichtete er an der Technischen Universität Ilmenau Informatik. Er starb 2001, 49-jährig. Holland hat maßgeblich das Bild des Hackers geprägt – und zwar im Sinne des guten Piraten

Einerseits hat er mit dafür gesorgt, die Freiheit des Internets, wie wir sie bis jetzt kennen, politisch und technisch durchzusetzen. Andererseits hat er unaufhörlich vor dessen Gefahren als Instrument der Kontrolle und der Überwachung gewarnt.

Wau Holland war nicht nur der erste einflussreiche Netzpolitiker in Deutschland, er war auch eine Persönlichkeit des Hightech-Undergrounds, sozusagen ein Vorläufer des Internets als soziale Bewegung. Dabei hatte er ein Niveau, an das man die Piraten unserer Tage gern erinnern möchte.


[Link zur MP3]

[via netzpolitik.org]

Coding Freedom: The Ethics and Aesthetics of Hacking

Das Buch “Coding Freedom: The Ethics and Aesthetics of Hacking” von Gabriella Coleman gibt es jetzt auch unter CC-Lizenz frei heruntladbar. Ich hab noch nicht reingelesen, aber da kann man sicher bedenkenlos zuschlagen:

Who are computer hackers? What is free software? And what does the emergence of a community dedicated to the production of free and open source software–and to hacking as a technical, aesthetic, and moral project–reveal about the values of contemporary liberalism? Exploring the rise and political significance of the free and open source software (F/OSS) movement in the United States and Europe, Coding Freedom details the ethics behind hackers’ devotion to F/OSS, the social codes that guide its production, and the political struggles through which hackers question the scope and direction of copyright and patent law. In telling the story of the F/OSS movement, the book unfolds a broader narrative involving computing, the politics of access, and intellectual property.

E. Gabriella Coleman tracks the ways in which hackers collaborate and examines passionate manifestos, hacker humor, free software project governance, and festive hacker conferences. Looking at the ways that hackers sustain their productive freedom, Coleman shows that these activists, driven by a commitment to their work, reformulate key ideals including free speech, transparency, and meritocracy, and refuse restrictive intellectual protections. Coleman demonstrates how hacking, so often marginalized or misunderstood, sheds light on the continuing relevance of liberalism in online collaboration.

Download eBook (.pdf)
[CC BY-NC-ND]

bei amazon kaufen

[via Nerdcore]

sonntagsfilm 117

Wild Germany – Hacker:
2011 war das Jahr der Hacker: Enthüllungen um Wikileaks, Attacken auf Weltkonzerne wie Sony und der Arabische Frühling – mithilfe der digitalen Welt brachen ganze Staaten plötzlich in sich zusammen. Welche Macht haben Hacker heute wirklich? Und muss man sich als einfacher Bürger vor ihnen fürchten? Manuel Möglich will wissen, wie die Szene tickt und welche Motive sich dahinter verbergen.

Auf dem Chaos Communication Camp trifft Manuel Tom Twiddlebit, den Mitbegründer des Chaos Computer Clubs. Außerdem erfährt er von Dr. Sandro Gaycken alles über Cyberwar. Mit Felix Linder unterhält er sich über Sicherheitslücken in Firmen und welche Schäden virtuelle Attacken anrichten können. Abschließend setzt sich Manuel noch mit den Hackern von “Anonymous” zusammen.


[link]

sonntagsfilm 87

Akte CCC – Der Chaos Computer Club:

Es geschah auf dem Höhepunkt der Debatte um biometrische Datenerfassung: Der Chaos Computer Club (CCC) legte seiner Vereinszeitschrift “Die Datenschleuder” ein biometrisches Sammelalbum für die Fingerabdrücke „schnüffelfreudiger“ Politiker bei. Und das erste Feld füllte zum Start gleich ein prominenter Fingerabdruck: Der des damaligen Innenministers, Dr. Wolfgang Schäuble. Den Abdruck hatten CCC-Aktivisten von einem Wasserglas genommen, das Schäuble bei einer öffentlichen Veranstaltung benutzt hatte. So wollte man der Debatte um die biometrische Kompletterfassung der Bundesbürger eine konkretere Form geben.

Noch bis in die 80er Jahre galt der Chaos Computer Club als ein Haufen verrückter Freaks – von vielen belächelt, teils als kriminell verschrien. Die Zeiten haben sich geändert: Heute legen die obersten Richter des Bundesverfassungsgerichts wert auf ihre Expertise, sie sind Teilnehmer bei Hintergrundgesprächen in Berlin und sorgen mit spektakulären Aktionen für Öffentlichkeit. Sie haben heute den Ruf wachsamer Streiter für Demokratie und Datenschutz in der Informationsgesellschaft. Die Bedeutung des CCC ist weltweit einmalig. Zwar gibt es beispielsweise auch in Holland, Österreich, der Schweiz oder den USA Zusammenschlüsse von Hackern – doch diese sind weit weniger vernetzt als der CCC, weniger politisch und bei weitem nicht so präsent und aktiv in der Öffentlichkeit wie hierzulande. In den USA ist das Image der Hacker zudem äußerst schlecht, man sieht sie primär als Kriminelle, die Millionenschäden anrichten. In Deutschland dagegen ist der CCC ein bei der Bundesregierung eingetragener Lobbyverein, dessen Stimme ernst genommen wird.


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download
[.mp4 | ca. 30min/90mb]

[via hukl & chaosupdates]

sonntagsfilm 44

Hacktivisten – Rebellen im Internet:

Die Dokumentation zeigt die neuen Formen dieses Protests, der sich der elektronischen Medien bedient und weltweit rasant zunimmt: Virtuelle Sit-ins, an denen Tausende teilnehmen; Internet-Werbung großer Markenhersteller, die von Netzpiraten gehackt, parodiert oder missbraucht wird – Attacken, die schon zum Börsensturz von Firmen geführt haben, die Opfer dieser Gegenwerbung wurden. Das Filmteam ist im April 2001 dabei, als die Protestveranstaltungen beim Wirtschaftsgipfel in Quebec vorbereitet werden. Doch neben den spektakulären Bildern dieser gewalttätigen Straßenproteste zeichnet sich ein anderer Krieg ab, in dem die Waffen ‘Maus’ und ‘Modem’ heißen: Tausende von Internetbenutzern bereiten in aller Stille eine Online-Protestaktion vor, mit der die offizielle Website der Veranstaltung lahmgelegt werden soll. Anhand der Porträts einiger der führenden Köpfe der Hacktivisten-Szene liefert die Dokumentation Einblicke in das Innenleben dieser im Verborgenen arbeitenden Organisation, Bilder aus dem Zentrum des Cyber-Aktivismus. Die Bewegung hat sich zum Ziel gesetzt, in einer vollständig auf Handel und Wirtschaft ausgerichteten globalisierten Welt Unruhe zu stiften und ihren eigenen Zukunftsentwurf, geprägt von einem gewissen zivilen, politischen und informationsmedialen Widerstand, zu gestalten.


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[via holgi]

sonntagsfilm 23

was koennte zum 23. sonntagsfilm besser passen als 23? :) enjoy!

23 – Nichts ist so wie es scheint:
In der Bundesrepublik der 1980er Jahre – zur Zeit der Friedensbewegung, der Anti-Atomkraft-Demonstrationen und der Endphase des Kalten Krieges – empfindet der 19-jährige Karl Koch die Welt um sich herum als falsch und bedrohlich. Inspiriert von der Romanfigur Hagbard Celine aus Robert Anton Wilsons Illuminatus-Trilogie macht er sich von Hannover aus auf die Suche nach den Hintergründen politischer und wirtschaftlicher Macht und entdeckt Zeichen (wie die Zahl Dreiundzwanzig), die ihn an eine weltweite Verschwörung glauben lassen.


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deutsch, mit englischen untertiteln (aber die kann man ja ausblenden). eine qualitativ bessere version, hab ich auf die schnelle nicht gefunden.