Monthly Archives: January 2009

creative commons music 73 //das kraftfuttermischwerk – netaudio mixtape VII


die nummer 7 der netaudio mixtape reihe vom kraftfuttermischwerk steht unter dem motto “smells like thinner³” und ist dieses mal was ganz besonderes, da gleich 3 mixes daherkommen und ein gewisser stb hinter den reglern stand:

Drei Mixe, drei Styles – drei Stunden Thinner. Ein Querschnitt der mittleren Schaffensperiode des Frankfurter Netlabels, dass es auch im letzten Jahr wiederholt geschafft hat, beim De:Bug Leser-Poll auf der Eins zu landen. Und das mit so wenigen Veröffentlichungen wie nie zuvor. SBT hat sich aus den ersten 70 Releases seine liebsten Perlen raussortiert und daraus drei Mixe gezimmert, die für ihn den Sound of Thinner ausmachen. Unter anderem mit Tracks, die damals CC-lizenziert veröffentlicht wurden, dann aber wieder von der Seite genommen wurden, wie beispielsweise Jeff Bennetts fulminante EP “Lowdown”. Dazu gesellen sich dann im letzten Mix noch Kollektiv Turmstrasse und Raumton von No-Response, die er fälschlicherweise für Thinner-Releases gehalten hat, was bei dem Sound allerdings auch nicht verwundert, die hätten auch auf Thinner kommen können.

part1: moonlight mix
[direktdownload | .mp3/62:59min/86,5mb]

part2: black hole mix
[direktdownload | .mp3/57:39min/79,2mb]

part3: medic mix
[direktdownload | .mp3/59:40min/82mb]

-> all-in-one-paket (alle drei mixe als .zip-file/248mb)

weitere infos wie und warum es dazu kam und die tracklists findet ihr hier.

links zum klicken, tauschen und lieb haben 4

* How copyright extension in sound recordings actually works.
* 4 chords make up all of Pop Music Successes?
* stoppt-die-e-card.de
* The Official Moog Synthesizer Appreciation Page
* Petition: Bedingungsloses Grundeinkommen
* Der schlimmste Albtraum der Gasprom
* http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Glaesernes_Internet
* demnaechst auf ebay: eu-nacktscanner.
* “EU-Parlament legt Anwesenheitslisten offen”
* Test: Internet-Anonymisierungsdienste
* “The big Plot” is a romantic spy-story played on the info-sphere
* “Polizei verweigert Datenlöschung nach “Masturbation auf öffentlicher Toilettenanlage””
* Neue Rückrufaktion in Karlsruhe gestartet: Verfassungsbeschwerde gegen das BKA-Gesetz eingereicht
* “Suchdienst Ixquick speichert keine IP-Adressen mehr”
* It simulates the CO2 emissions, births and deaths by country on real time
* Kleine Leseliste: Infografik-Blogs

ÖH-Wahl 2009: Äußerungen des Wissenschaftsministeriums zu e-Voting

(der beitrag ist auch auf papierwahl.at) zu lesen.

Das Wissenschaftsministerium hat sich gestern Abend in einem Pressegespräch zu e-Voting geäußert. Darüber berichtet die Futurezone.
Die Standpunkte sind die gleichen geblieben. So gilt e-Voting weiterhin als sicher genug und man habe keine Bedenken, dieses System bei den kommenden ÖH-Wahlen im Mai 2009 einzusetzen:

Das für den diesjährigen Urnengang geplante E-Voting-System sei aber von der Qualität her mit dem damaligen [ein System von 2001, Anm:] “nicht zu vergleichen”, das sei “wie Rechenschieber und Höchstleistungsrechner”. “Das Grundprinzip einer geheimen Wahl “scheint für mich gewährleistet zu sein”, sagte Varga.

Bedenken der Kritiker können anscheinend nicht nachvollzogen werden. So stützt man sich auf eine, vom Ministerium, durchgeführte Umfrage, laut derer 82% der Befragten Studenten e-Voting begrüßen würden:

Varga sagte, er verstehe nicht, warum sich die ÖH-Spitzen gegen die elektronische Wahl sperren. An den Unis passiere immer mehr elektronisch, “die Studenten sind nichts anderes gewohnt”.

Ein weiterer Punkt sind die zu erwartenden Kosten, worauf das Ministerium allerdings keine Antwort wusste. Dazu hieß es lediglich, “im sechsstelligen Bereich” werden sich diese bewegen.

Desweiteren äußerte ein Sprecher des Wissenschaftsministerium folgende Aussage:

Man habe von Überlegungen einer Informations-Kampagne gegen E-Voting, ja sogar vom Engagement “ausländischer Hacker” gehört, wofür sogar Rücklagen der ÖH aufgelöst werden sollen, berichtete ein Sprecher des Ministeriums.

Dies dementiert die ÖH aber bereits in einer öffentlichen Presseaussendung:

Die Aussage, die ÖH würde ausländische Hacker engagieren wollen und dafür ihre Rücklagen auflösen, wird aufs schärfste zurückgewiesen. Sie entbehrt jeglicher Grundlage und entspricht nicht der Wahrheit. Die ÖH würde ein derartiges Vorgehen niemals in Erwägung ziehen und lehnt das illegale Hacken von Computern strikt ab.

Auch derStanderad berichtet und versucht anhand eines selbsterstellten Fragenkatalogs zu zeigen was sich mit e-Voting bei den ÖH-Wahlen dieses Jahr ändern wird.

25c3: official video recordings podcast


der offizielle 25c3 video podcast mit den recordings ist nun endlich da. ich weiss – mitschnitte, sowohl offizielle als auch unzaehlige inoffizielle, sind seit dem congress problemlos zu finden. aber ich finde, der video podcast schliesst das alles immer schoen ab. deswegen nochmal der gesonderte hinweis.

format ist, wie letztes jahr auch, ipod kompatibles mpeg4 avc/h.264 with aac, 640×480. alle videos stehen unter creative commons by-nc-nd 2.0.

auch wenn es dieses jahr ein wenig gedauert (das ging doch letztes jahr einiges schnell, oder?) danke an tim der, soweit ich das verstanden habe, fuer den offiziellen podcast zustaendig ist. und nicht zu vergessen die leute von der fem (tu illmenau) die gefilmt haben.

podcast direkt abonnieren:
feed://chaosradio.ccc.de/25c3_m4v-all.rss
http://chaosradio.ccc.de/25c3_m4v-all.rss

chaosradio 142: “Das Familieninternet”

heute findet auf radio fritz wieder das allmonatliche chaosradio vom ccc, von 22:00h bis 00:00h, statt. nach der winterpause geht es also wieder frisch und munter weiter.
thema der sendung: “Das Familieninternet – Internetsperren gegen Kinderpornographie (und andere Dinge, die wir nicht sehen sollen)”.

ankuendigungstext:

Teilnehmer: Jakob Kranz (Moderation), Frank Rosengart, nibbler

Familienministerin von der Leyen hat sich Anfang Januar mit deutschen Internetprovidern geeinigt, dass der Zugriff auf bestimmte Internetseiten gesperrt wird, da sie kinderpornographisches Material enthalten sollen. Der Begriff “Zensur” wird dabei bewusst vermieden. Juristisch steht diese Sperre auf wackeligen Beinen, viele technische Fragen sind offen.

Im Chaosradio möchten wir über die technische Umsetzung dieser Maßnahme sprechen und welche weiteren Konsequenzen dieser Schritt in Richtung “sauberes Internet” für die Gesellschaft hat.

alle empfangsmoeglichkeiten (radio, satellit, internet) koennen auf den fritz seiten abgerufen werden.
wer keine zeit/lust/moeglichkeit hat die sendung heute live zu hoeren, kann sich in den naechsten tagen die sendung hier runterladen bzw den podcast-feed abonnieren.

weitere infos gibt’s auf den seiten vom chaosradio, im chaosradio wiki und im chaosradio blog.

principia discordia

fnord
Die principia discordia, das standardwerk jedes diskordianers, muss natuerlich auch mal erwaehnt werden:

Die Principia Discordia ist eine Sammlung von satirischen religiösen Texten und Illustrationen, die vor allem durch die Illuminatus-Trilogie von Robert Anton Wilson und Robert Shea bekannt wurde. Der Verfasser beschreibt unter dem Pseudonym Malaclypse der Jüngere in zahlreichen Anekdoten, passend zum Untertitel des Werks „Wie ich die Göttin fand und was ich mit ihr tat, als ich sie gefunden hatte.“ die Entstehungsgeschichte der diskordischen Gesellschaft, ihre mythologischen und philosophischen Grundlagen sowie ihre Organisationsstruktur. Dabei werden bekannte Religionen und religiöse Denkmuster parodiert und ad absurdum geführt, um, so Wilson, „Guerilla-Ontologie“ zu betreiben.[1] Die Principia Discordia kann als „Bibel des Diskordianismus“ bezeichnet werden.
[wikipedia]

fnord
das ding kann man sich online (bspw. hier) bestelllen oder auch im netz lesen. sowohl die englische als auch die deutsche version sind online.
fnord
principia discordia (english)
prinzipia discordia (deutsch)
auf flickr findet sich ebenfalls ein scan der englischen version.

pic: principia discordia by dear knucklehead
[creative commons by 2.0]

fnord

update 2009-01-28
in den kommentaren wurde ich auf ein handout hingewiesen, dass einen kurzen, relativ guten einstieg in diese ganze sache bietet. also falls ihr mit diskordianismus, fnords und den illuminaten noch nichts zu hattet das hier koennte ein wenig klarheit schaffen, oder auch nicht.

sonntagsfilm 16

Fabian – Gib mir die Welt plus 5 Prozent
Warum überall Geld fehlt “Gib mir die Welt plus 5 Prozent”. Die Geschichte vom Goldschmied Fabian 50 aufschlussreiche Minuten über den grundlegenden Fehler in unserem Geldsystem und das grundlegende Geheimnis des Banken- und Geldwesens


[direktlink]

update: 2009-01-25
auf der projektseite neueimpulse.org/ kann man sich den film auch runterladen (direkt: .flv/386mb)

sonntagsmusik 16

Its time for the first release of 2009 – after the superb Solar Fields ep, we’ve got a Kahvi regular. Lackluster is a familiar name to many Kahvi followers, and after the success of his live set at the Netaudio Festival London 2008 (a Lackluster set is something to experience live) I asked Esa if he could supply a recording of one of his sets, and here it is.

Live at Oblivion (Helsinki) – 14-11-08 is a prime example of what makes Lackluster great in the live gig circuit. Continuously evolving beats and grooves, all created in real time by splicing, shifting, pounding, and manipulating previous tracks, new material and ‘created live’ sounds. This set is 80 minutes of Lackluster at his best.

Esa is always available for live sets and has now set up an eventful page where fans can vote to have their favorite artists appearing at a gig near them. Head over and vote for your city.

At the same time, two of Esa’s latest releases, compcomp and remixcomp have been put out on equaldreams. Both releases show Esa back on top form so what are you waiting for, head over and purchase yourself a copy.

Finally a new interview with Esa has been featured over at Patecreme.com. Frank, informative and a quick insight into the mind of a legend.

Enjoy this welcome to 2009!
[kahvi]

lackluster – live at oblivion (helsinki, 2008-11-14)
[direktdownload | .ogg/79:09min/148mb]
[direktdownload | .mp3/79:09min/112mb]
creative commons by-nc-nd 3.0

laconi.ca 0.7.0 – identi.ca redesign

gestern erreichte die open source microblogging plattform laconi.ca den naechsten meilenstein – version 0.7.0. wurde released. das brachte natuerlich auch zeitgleich einige neuerung bei identi.ca mit sich. und dazu moechte ich mal ein paar worte verlieren.

am augenscheinlichsten ist, dass sich identi.ca optisch in neuem gewand praesentiert. und das ist auch schon einer meiner groessten kritikpunkte. ich finde das neue design missraten. im vergleich zum alten, kommt es mir zu ueberfrachtet und vollgestopft vor. es ist einfach ueberladener und dadurch ein wenig traeger geworden. gut, gerade ueber optische sachen kann man viel streiten und mein standtpunkt in dem fall ist klar.
und wenn ich auch gerade schonmal dabei bin: es haben sich so einige bugs eingeschlichen. angefangen bei so sachen wie falschen/nicht funktionierenden links bis hin zu einem wirklich miserablen bilduploader. ohne scheiss, schaut euch das mal an (legt einfach mal eine neue gruppe an und ladet dann ein logo hoch. ihr werdet sehen was ich meine). ich koennte jetzt wahrscheinlich auch noch eine weile weiter auf kleineren bugs rumreiten. mach ich aber nicht, da ich mir zum einen sicher bin, dass das groebste demnaechst behoben wird und zum anderen, da es ja auch noch positive sachen zu berichten gibt.

das mit auffaelligste duerfte das, eben schon erwaehnte, gruppenfeature sein. jeder kann gruppen zu bestimmten themen (zb: mac, linux, kochen, stricken wasweissich) erstellen. tritt man der gruppe bei, erhaelt man alle nachrichten von usern (auch denen man nicht folgt), die ihre meldungen entsprechend getaggt haben. mit dem gruppenzeugs hab ich dann seit gestern auch viel zu viel zeit verbracht ;) ich finde das aber durchaus eine konsequente weiterfuehrung von dem ganzen microblogging-dings.
eine weitere neuerung ist die einfuehrung einer tagcloud fuer jeden benutzer. geht man auf die profilseite sieht man links unten eine tagcloud die, keine ahnung nach welchem muster, verwendete tags des users anzeigt. das ding wurde deshalb auch schon als crapcloud bezeichnet ;)
desweiteren gabs auch noch ein paar sachen die sich unter der haube getan haben, sowie bugfixes, dass habe ich mir alles aber nicht weiter angeschaut.

fazit: wie schon geschrieben, uebers neue design kann man streiten – meins ist es nicht. es wurden auch so einige neue bugs mit der neuen version eingeschleppt, was ich doch schade finde, da es den gesamteindruck druebt. andererseits scheint es aber auch keine groeberen schnitzer gegeben zu haben, die grundlegenden sachen (wie microbloggen) laufen gewohnt zufriedenstellend. und das gruppenfeature scheint sowieso gerade alle zu begeistern.
identi.ca versucht weiterhin neue akzente zu setzen, was ich sehr zu schaetzen weiss. vor twitter brauchen sie sich auch nicht mehr zu verstecken. bloss fuer die naechsten versionen wuerde ich mir wuenschen, das diese dann doch etwas ausgereifter/fehlerfreier sind als es jetzt der fall war. (ja ich weiss, als aussenstehender user ist es immer leicht zu reden. und ausserdem steht das ganze erst bei version 0.7)
laconi.ca und damit zusammenhaengend identi.ca werden ihren weg gehen und wenn die so weiter machen, kann man in zukunft noch so einiges erwarten.

ich auf identi.ca
gruppen die ich bis jetzt gestartet habe:
austria
ccmusic
evoting
graz
privacy
tag

25 jahre macintosh

heute vor 25 jahren wurde der erste apple macintosh computer vorgestellt. und das sah damals noch so aus:

Der erste Mac, der Macintosh 128k, wurde am 24. Januar 1984 vorgestellt. Zum Preis von 2.495 US-Dollar (entsprach damals etwa 7.200 DM / ungefährer Verkaufspreis 10.000 DM) erhielt man einen Rechner auf der Basis von Motorolas 68000-CPU, die mit 8 MHz getaktet war und auf 128 KByte Arbeitsspeicher (RAM) zugreifen konnte – was sich schnell als zu wenig erwies. Ein 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk mit 400 KByte Speicherplatz und ein integrierter 9-Zoll-Monitor vervollständigten den ersten Macintosh.

Ebenso wie der Vorgänger Lisa war auch der Macintosh mit einer grafischen Benutzeroberfläche und einer Maus ausgestattet. Das Betriebssystem des Macintosh hatte ursprünglich keinen Namen und wurde nur „System“ (mit angehängter Versionsnummer) genannt. Ab Version 7.5.1 hieß es dann Mac OS (abgeleitet von Macintosh Operating System). Es war von Beginn an auf die Bedienung mit der Maus zugeschnitten und enthielt zu diesem Zeitpunkt revolutionäre Konzepte, wie beispielsweise den Papierkorb, den Schreibtisch, Drag & Drop, das Auswählen von Text oder Objekten zwecks Änderung der Attribute und das Navigieren im Dateisystem mit Hilfe von Symbolen (Icons). Weitere grundlegende Konzepte, die den Anwendern die damals noch weitverbreitete Scheu vor der Benutzung von Computern nehmen sollten, waren die Undo-Funktion und die durchgängig einheitliche Bedienung verschiedener Anwendungsprogramme.
[wikipedia]

ueber macht – bundesweites filmfestival

diegesellschafter haben seit kurzem auch einen podcast im angebot, welcher von tim pritlove produziert und moderiert wird.
die grundlegende frage, die die bisherigen podcasts alle (mehr oder weniger) zu beantworten versucht haben ist, “in welcher gesellschaft wollen wir eigentlich leben?” um der antwort auf diese frage ein wenig naeher zu kommen, werden bestimmte projekte oder personen, die sich sozial engagieren, eingeladen um einen einblick in ihr taetigkeitsfeld zu geben.

die ersten ausgaben sind zum beispiel etwa auf das projekt “diegesellschafter” selber, utopien oder wie in der aktuellen ausgabe, auf das film festival “ueber macht” eingegangen:

Im Gespräch werden organisatorische Hintergründe und inhaltliche Details des Filmfestivals besprochen: die Entstehungsgeschichte des Festivals, Kriterien für die Auswahl der Filme, die Bedeutung des Festivals für den Dokumentarfilm an sich, der organisatorische Ablauf des Festivals und die Zusammenarbeit mit lokalen Gruppen und Kinobetreibern, die Chancen der Aktivierung der Zivilgesellschaft und Möglichkeiten der Beteiligung für Dritte und vieles mehr. Urs Lambertz und Andreas Wildfang liefern darüber hinaus viele Anekdoten und Erfahrungen aus den ersten beiden Durchgängen des Filmfestivals »ueber arbeit« und »ueber morgen«.
[dg-podcast]

das gespraech hat mich zumindest schonmal neugierig werden lassen und ich wuerde euch mal dazu aufrufen, dass ihr euch das mal anschaut. das ding wird in 120 deutschen staedten ueber die buehne gehen und bietet, glaube ich, einiges sehenswertes.

zum festival
zum spielplan

zum podcast: dG-Podcast Nr. 4: dieGesellschafter.de Filmfestivals
[direktdownload | .mp3/70:53min/49mb]
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schaeuble will verdachtsunabhaengige surfprotokollierung

die meisten von euch duerften es ja im laufe des tages schon mitbekommen haben. schaeuble dreht mal wieder komplett frei:

Der neue Vorstoß des Bundesinnenministers ist im Entwurf eines „Gesetzes zur Stärkung der Sicherheit in der Informationstechnik des Bundes“ vom 14.01.2009 versteckt. Jeder Anbieter von Internetdiensten wie Google, Amazon oder StudiVZ soll danach künftig das Recht erhalten, das Surfverhalten seiner Besucher ohne Anlass aufzuzeichnen – angeblich zum „Erkennen“ von „Störungen“. Tatsächlich würde der Vorstoß die unbegrenzte und unbefristete Speicherung jeder Eingabe und jedes Mausklicks beim Lesen, Schreiben und Diskutieren im Internet legalisieren. Die Surfprotokolle dürften an Polizei, Bundeskriminalamt, Geheimdienste sowie an die Unterhaltungsindustrie herausgegeben werden. Eine richterliche Anordnung ist nicht vorgeschrieben, eine Beschränkung auf schwere Straftaten nicht vorgesehen.

„Schäuble will nun nicht nur wissen, wann wir unter welcher Adresse ins Internet gehen, sondern auch, was wir dort tun. Als nächstes will er wahrscheinlich aufzeichnen lassen, welche Gespräche wir im Cafe führen oder welche Fernsehsendungen wir sehen. Das ist ungeheuerlich, zumal es in einem ganz anderen Gesetz versteckt wird”, ergänzt Ralf Bendrath vom Netzwerk Neue Medien. „Ich empfinde dieses brisante Detail des Gesetzes als eine schallende Ohrfeige für alle, die sich für mehr Daten- und Persönlichkeitsschutz engagieren“, bekräftigt Michael Ebeling vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. „Herr Schäuble und die gesamte Regierung widersprechen damit offen ihrem nach den Datenskandalen des letzten Jahres öffentlich verkündeten Ziel, den Schutz der Daten von Bürgern und Internetbenutzern zu verbessern und die gesetzlich verankerte Datensparsamkeit endlich zu fördern.“
[ak vorrat]

der ak vorrat hat auch eine entsprechende protestseite, welche sich langsam aber sicher mit immer mehr inhalt fuellt:
http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Glaesernes_Internet

die ueblichen verdaechtigen haben natuerlich auch schon darueber berichtet:
fefe
datenschutz-blog
golem
heise
futurezone

vorratsdatenspeicherung: eugh entscheidet am 10.02.2009

in gut drei wochen wird die vorratsdatenspeicherung abgeschafft :) behaupte ich jetzt zumindest mal etwas ueberschwaenglich.

Am Dienstag, 10.Februar 2009 um 9:30 Uhr findet in Luxemburg die Urteilsverkündung zur Vorratsdatenspeicherung statt.
[florian altherr]

es geht um die klage, die irland vof dem europaeischen gerichtshof eingereicht hatte. bei dieser klage geht es aber nicht um die kernprobleme der vds, sondern nur um etwas formal-juristisches:

Sie sei nicht auf einer geeigneten Rechtsgrundlage erlassen worden, da sie sich unzulässiger Weise ausschließlich auf die Binnenmarktkompetenz (Artikel 95 EG) als Rechtsgrundlage und nicht auf die dritte Säule und zwar die für Polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen als Rechtsgrundlage, beruft. Der Inhalt der Richtlinie habe aber mit dem Binnenmarkt und dessen Harmonisierung nichts zu tun. Die Vorratsdatenspeicherung hätte durch einen einstimmigen Rahmenbeschluss des Ministerrats eingeführt werden müssen. Ähnlich begründete auch die Slowakei ihre Gegenstimme im Ministerrat.
[wikipedia]

nichtsdestotrotz, wuerde die vds dann fuer unrechtmaessig erklaert, haette das ja trotzdem positive auswirkungen.

sollte die vds, dennoch als rechtskraeftig angesehen werden, so laufen immerhin noch andere klagen. beispielsweise in deutschland, die verfassungsbeschwerden vom ak vorrat und burkhard hirsch. und spaetestens da, wird die vorratsdatenspeicherung wieder gekippt.

[via ak vorrat]

sonntagsfilm 15

Kronen Zeitung – Tag für Tag ein Boulevardstück:

ist ein Dokumentarfilm der Belgierin Nathalie Borgers, der sich kritisch mit der Kronen Zeitung, der auflagenstärksten Zeitung Österreichs auseinandersetzt. Der Film wurde im Jahr 2002 produziert. Durch die Dokumentation erhält der Zuseher einen Blick hinter die Kulissen der Kronen Zeitung. Zu Wort kommen dabei unter anderem: Krone-Herausgeber Hans Dichand, Krone-Kolumnist Wolfgang Martinek, Bischof Kurt Krenn, der damalige österreichische Bundespräsident Thomas Klestil, der Schriftsteller Robert Menasse, Publizist und FPÖ-Politiker Andreas Mölzer, der Ex-Vizekanzler Erhard Busek (ÖVP) und die Politikerin Heide Schmidt.
[...]
Nachdem die Dokumentation im deutsch-französischen Kultursender ARTE gesendet worden war, entschied sich die Kronen Zeitung kurzerhand dazu, den Sender aus ihrem Fernsehprogramm zu nehmen.
[wikipedia]

bis heute sich daran nichts geaendert. die “krone” ist und bleibt weiterhin ein hetzerisch-populistisches drecksblatt.

den film habe ich leider nur auf youtube gefunden, wo dieser in 6 teile gesplittet ist.

[direktlink teil1]

[direktlink teil2]

[direktlink teil3]

[direktlink teil4]

[direktlink teil5]

[direktlink teil6]

sonntagsmusik 15

martin schulte – live @ bort 42 (2008-12-05)
[direktdownload | .mp3/81:29min/117mb]

[via kfmw.blog]

links zum klicken, tauschen und lieb haben 3

* History of the Internet
* Coda.fm – A Refreshing Music Torrent Site
* MPEG Surround – Raumklang für alle – 5.1-Kanal-Ton für Streams und Downloads
* LICHTFAKTOR at TRACKS
* http://demoscene.tv/
* Achtung von Pressefreiheit und Bürgerrechten weltweit gesunken
* keine-neuen-tagebaue.de
* http://www.privacyworkshop.de/
* Abstimmungsverhalten der Parteien
* So much for change

(censored)


picture by .mw under creative commons by-nc-nd 2.0

Wenn es nach Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen geht, wird bis zum Sommer erstmals in der Geschichte des deutschen Internet ein zentrales Filtersystem installiert

damit reiht sich deutschland gleich hinter die grossen diktaturen der welt, wie beispielsweise china, ein. es wird mal wieder das killer-argument kinderpornographie ins feld gefuehrt. dass es sich dabei um eine ebenso sinnfreie, wie auch dumme idee handelt, scheint von der leyen sogar zu wissen:

“Leider zeigt die Praxis, dass so genannte Internet-Sperren lediglich Scheinerfolge erzielen. Sie verdrängen das Geschehen aus dem für alle sichtbaren Bereich, aber dadurch wird das Leid keines einzigen Kindes unterbunden, kein einziger Täter gefasst und kein einziges Bild aus dem Internet entfernt”, hatte eco e.V.-Vorstandsmitglied Oliver Süme noch im November kommentiert.
[...]
Dem Bundesfamilienministerium scheint bewusst, dass technisch versierte Internet-Benutzer immer Wege finden dürften, solche Sperren zu umgehen. In einer Frage-und-Antwort-Liste heißt es dazu, entscheidend sei aber, dass dadurch der Zugang für die große Masse der durchschnittlich versierten Internetnutzer blockiert werde.

ahh, man bekommt richtig das gefuehl, dass es gar nicht darum geht kinderpornographie einzudaemmen bzw. die taeter zu fassen.
und liebe internetausdrucker, solltet ihr diesen komplett hirnlosen schwachsinn wirklich durchpeitschen, ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass es spaetestens ein paar wochen nach dem inkrafttreten, keine schicken one-click-loesungen (bspw. als firefox-plugin) geben wird, die auch “die durchschnittliche masse” zu verwenden in der lage ist. (von welchem durchschnitt gehen die da eigentlich aus? von ihrem eigenen? :) )

Netzbürgerrechtler fürchten, dass der Einstieg in die Verwendung zentraler Internet-Filter in den nächsten Jahren schrittweise auch zur Blockade anderer Inhalte führen könnte – von politisch umstrittenen Websites, die heute nicht kontrolliert werden können, über Glücksspielangebote bis hin zu Raubkopien, gegen die die Medienindustrie seit Jahren vergeblich zu kämpfen scheint.
[taz]

achso und falls ihr euch fragt wer die filterlisten fuehren wird – es ist das ermittlungskompetenzzentrum deutschlands – das bka :) ich bin mir sicher, da werden dann nicht auch mal versehentlich ein paar andere begriffe auf die liste rutschen (etwa praegnante schlagworte aus dem linksaktiven umfeld).

anstatt ein wirklich ernsthaftes problem, versuchen an der wurzel zu packen, gruende zu suchen warum sowas passiert, versuchen gezielte loesungen zu finden – wird mal wieder auf die daemlichste weise versucht einem problem entgegen zu treten, wo ohnehin jetzt schon alle wissen, dass es nicht funktionieren wird.

neues aus dem eu-parlament

sowohl gutes, zumindest sachen die erstmal auf dem papier gut klingen und schlechtes. der einfachheit halber (fuer mich) gibts nur ein paar textpassagen, die ich jetzt nicht weiter kommentiere. ich fang gleich mal mit dem schlechten an:

Sicherheitsmerkmale und biometrische Daten in Pässen

Das Europäische Parlament hat die neue Verordnung über Normen für Sicherheitsmerkmale und biometrische Daten in Pässen und Reisedokumenten verabschiedet. Die Mitgliedstaaten werden verpflichtet, Einzelpässe für Minderjährige auszustellen (“Eine Person – ein Pass”-Grundsatz). Das Mindestalter für die Abnahme von Fingerabdrücken wird auf 12 Jahre festgesetzt.
[...]
Pässe und Reisedokumente sind mit einem Speichermedium mit hohem Sicherheitsstandard versehen, das ein Gesichtsbild enthält. Die Mitgliedstaaten fügen zudem zwei Fingerabdrücke, die bei flach aufgelegten Fingern abgenommen werden, in interoperablen Formaten hinzu.

und weiter zu den positiven meldungen.

Mehr Transparenz und leichterer Zugang zu EU-Dokumenten

Dabei soll es u. a. darum gehen, wie viele Tage jedes Mitglied im EP anwesend war und wo es unterzeichnet und/oder abgestimmt hat sowie an welchen Sitzungen der institutionellen Gremien es teilgenommen hat. Neben diesen Informationen sollten, so das EP, die Websites der MdEP die Namen der Assistenten, abgegebene Stellungnahmen, im Ausschuss und im Plenum eingereichte Änderungsanträge zu Berichten und anderen Rechtsakten, Erklärungen zur Abstimmung, Audio-/Video-Aufzeichnungen der Redebeiträge sowie unterzeichnete schriftliche Erklärungen, einschließlich der Liste aller Unterzeichner, usw. aufweisen.

Zudem sollten Informationen über die Vergütungen und Ausgaben der Abgeordneten sowie die Erklärung der finanziellen Interessen aller EP-Mitglieder in allen Amtssprachen der EU zur Verfügung gestellt werden. Die Mitgliedstaaten, die nationalen Parlamente sowie andere gewählte Gremien werden aufgefordert, desgleichen zu tun, indem sie ein “Register der Aktivitäten der Parlamente und der Parlamentarier” einrichten.

Grundrechte in der Europäischen Union

Die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus habe bisweilen oft dazu geführt, dass das Niveau des Schutzes der Menschen- und Grundrechte, insbesondere des Grundrechts auf Privatsphäre, Datenschutz und Nicht-Diskriminierung, gesenkt worden sei. Die EU müsse “entschlossener tätig werden, um eine Strategie auf der Grundlage der umfassenden Einhaltung internationaler Standards und Verpflichtungen im Bereich der Menschenrechte zu fördern.”

Insbesondere der Ministerrat wird nachdrücklich aufgefordert, den Entwurf eines Rahmenbeschlusses über den Schutz personenbezogener Daten, die im Rahmen der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit in Strafsachen verarbeitet werden, gemäß den Empfehlungen des Parlaments für höhere Standards, anzunehmen.
[...]
Auch eine wirksame gerichtliche Kontrolle der Geheimdienste sei erforderlich, um zu vermeiden, dass Informationen, die mit Hilfe von Folter oder Misshandlungen oder unter anderen Bedingungen, die nicht den internationalen Menschenrechtsnormen entsprechen, erlangt wurden, als Beweismittel in gerichtlichen Verfahren herangezogen werden.

biometrie, videoueberwachung und kinderpornos im netz

die letzten beiden tage gabs ein paar schoene berichte in den medien, die ich euch nicht vorenthalten will. denn es sieht so aus – haltet euch fest ;) – dass diese ganzen eingefuehrten ueberwachungs- und kontrollmassnahmen, wenn ueberhaupt, nur sehr bescheidene auswirkungen zeigen. das konnte natuerlich niemand ahnen :)
aber zu den konkreten beispielen:

* biometrie

Der Einsatz von biometrischen Erkennungsverfahren auf Bahnhöfen, Flughäfen und im elektronischen Reisepass taugt kaum zur Terrorabwehr. “Biometrische Verfahren dienen der verbesserten Identifikation und Verifikation und damit allenfalls sekundär zur Früherkennung von terrorverdächtigen Personen”, hat das Bundesinnenministerium in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei, die Golem.de vorliegt, eingeräumt
[...]
Obwohl die Regierung wisse, dass mit biometrischen Verfahren “kein einziger mutmaßlicher Terrorist” erkannt würde, halte sie an ihren zahlreichen – auch EU-weiten – Entwicklungsprojekten, beispielsweise zur 3D-Gesichtserkennung fest.
[golem]

so damit ists dann offiziell, dass der ganze biometrie muell nur zur erfassung der buerger da ist. immerhin hat sich das innenministerium endlich dazu bekannt.

* videoueberwachung

Sieben Monate lang hat das Center for Information Technology Research in the Interest of Society der Universität die Kameras auf ihre Effektivität hin überprüft. Das Ergebnis der Studie: Überwachungskameras auf Plätzen mit hoher Kriminalität verhindern keine Morde oder andere schwere Gewaltdelikte. Bei kleineren Delikten wie Taschendiebstählen wirkten die Kameras in der näheren Umgebung ihrer Standorte abschreckend.
[...]
“Wir fanden keinen Beweis dafür, dass die Kameras Gewaltdelikte verhindert hätten”, so die Studie. Es gebe auch keinen Hinweis darauf, dass die Kameras zu einem Rückgang an Gewaltdelikten in der näheren Kameraumgebung oder auf den öffentlichen Plätzen geführt hätten. Anders sei das bei Eigentumsdelikten: Die Statistik zeigte, dass in einem Radius von 30 Metern rund um eine Kamera Eigentumsverbrechen um 24 Prozent zurückgingen.
[futurezone]

das die kameras kaum nutzen zeigen bei schweren straftaten, duerfte mittlerweile auch bekannt sein. aber hey, immerhin eigentumsverbrechen. das haetten sich die verantwortlichen bestimmt auch nicht gedacht, also dass videokameras tatsaechlich zu irgendwas nutze sind.

* kinderpornos im netz
ganz heikles thema, ich weiss. und die bundesregierung diskutiert ja auch schon wieder weltfremde schwachsinnsvorschlaege. aber:

A high-profile task force created by 49 state attorneys general to look into the problem of sexual solicitation of children online has concluded that there really is not a significant problem.
[ny times]

tja, wer haette das gedacht? die lieben interausdrucker, die das internet fuer “das boese” halten und deswegen staendig das gegenteil behaupten, offensichtlich nicht.
[via fefe]

also, was haben wir heute gelernt? biometrie dient nur zur erfassung und ueberwachung der eigenen buerger, videokameras zeigen keine wirkung bei schweren straftaten, und beim thema kinderpornos im netz wird masslos uebertrieben…. auch wenn das fuer viele leser keine bahnbrechenden, neuen erkenntnisse sind.

itable – konkurrenz fuer microsoft surface

langsam kommt ein wenig wind in die multitouch-computer ecke. nachdem microsoft vorletztes jahr sein surface vorgestellt hatte, gab es auf der diesjaehrigen ces ein konkurrenzprodukt der firma pq labs zu bestaunen:

They’ve essentially taken the idea behind the Microsoft Surface and have done it better in every way. It’s cheaper, it’s gorgeous, and perhaps most notably, it’s not a hulking monster.

Two of the most notable features of the Surface are its multitouch capabilities and the availability of a development SDK, [...]. The number of fingers detected by the multitouch sensor is limited only by the individual software designer’s desire – the hardware itself supports as many simultaneous prods as you can throw at it.

Contrary to its iCliche name, the iTable runs Windows XP [...] good news for developers – if you’ve already got an app ready to go, you don’t need to rewrite it from scratch for compatibility. Just call in the proper APIs for mapping input, and you’re good to go. They’re pitching this pretty hard as a “big iPhone”
[crunchgear]

der itable soll anfang diesen jahres erscheinen und sich in der preisklasse zwischen 2.400 – 12.500 us-dollar befinden (je nach ausstattung und groesse).

um sich mal ein wenig ein bild von dem teil zu machen gibts auch ein paar demo videos, zb: die beiden:
Connect iPhone with iTable

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Magic Painting – Multi-Touch G² Touch Screen

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dass die reise (bzw. eine der reisen) zukuenftig richtung multitouch-geraete gehen wird, ist keine allzu gewagte these. wie gesagt kam letztes jahr microsoft mit einem ersten geraet an den start, demnaechst folgt der itable und dazwischen hat sich ja auch das iphone in den mobilfunkmarkt gedraengt (viele ziehen mittlerweile nach). es bleibt auf jeden fall spannend.