Daily Archives: 2007-12-07

links vom 07-12-2007

golem
Säure, Öl und Insektenspray helfen gegen Daten
Weitere GPL-Klage durch Busybox-Entwickler

de.internet.com
Bundesregierung verschweigt Gefahr durch geheime Sicherheitslücken

fefes blog
Ich spar mir mal die Braunau-Witzchen an der Stelle, aber was Österreich sich da heute geleistet hat, davon werden sie sich so schnell nicht erholen.
Bericht über die Polizeitaktiken in den USA.

ravenhorst
Mozilla is evil

futurezone
ISPA erwirkte Entschärfung des SPG

heise
Bundesanwalt: Online-Razzien laufen ins Leere
Politikerin der Linken zieht Wikipedia-Anzeige zurück
Elektronische Gesundheitskarte: Von der Wiege bis zur Bahre

video
boingboing tv
Gabe and Max answer Bing Boing readers.
… sally says there are 5 internets :)

wahrheit

“Es gibt an jeder Geschichte vier Seiten: deine Seite, ihre Seite, die Wahrheit, und das was wirklich passiert ist.”
Jean-Jacques Rousseau
[von hier]

literaturwettbewerb: "Am Ende der Leitung"

die quintessenz ruft unter dem motto: “Das hätte sich George Orwell nicht träumen lassen!” zu einem literaturwettbewerb auf:

60 Jahre sind seit der Veröffentlichung von “1984″ vergangen. Neue Schlagworte beherrschen die Diskussion der letzten Jahre: Vorratsdatenspeicherung, RFID, Bundestrojaner. Es ist Zeit, (wieder einmal) den aktuellen Stand zum Thema Datenschutz und Überwachung zu betrachten und zu sehen, was Autoren heute zu diesem Themenumfeld sagen können, wollen und müssen.

Wo geht die Reise hin? In eine Zukunft, in der jeder alles über seine Mitmenschen weiß oder zumindest herausfinden kann, entweder weil jeder sowieso alles offenlegt, oder auch weil sich niemand den Überwachungsmechanismen entziehen kann? In eine Zukunft, in der jeder seine Privatsphäre ängstlich hütet, oder in eine Zukunft, in der es keine Privatsphäre mehr gibt? Was fangen Politik und Wirtschaft mit den neuen technischen Möglichkeiten an, und wie wird die Gesellschaft aussehen, in der wir dann alle leben dürfen – oder auch müssen?

Orwells Zukunft war düster. Ihre Geschichte kann, muß es aber nicht sein. Positive Geschichten über die Überwindung von Überwachung sind ebenso gern gesehen wie Geschichten, wo sich die Realität der Zukunft als schlimmer als befürchtet herausstellt. Auch Lyrik ist gerne gesehen.

Wenn Sie eine Geschichte zu diesem Thema geschrieben haben, oder zu diesem Thema schreiben wollen:

q/uintessenz gibt eine Science Fiction-Anthologie heraus.

q/uintessenz ist der Verein zur Wiederherstellung der Bürgerrechte im Informationszeitalter, mit Sitz in Wien. Seine Aktivitäten umfassen unter anderem die Veranstaltung der Big Brother Awards Österreich, wo alljährlich die schlimmsten Sünder wider den Datenschutz Negativpreise bekommen.

Eine Jury aus Science Fiction- und Datenschutz-Experten wird die Einsendungen bewerten.

Die ersten drei Plätze bekommen Geldpreise und haben die Gelegenheit, im Rahmen einer Lesung in Wien nächsten September sich und ihr Werk zu präsentieren.

Die besten Geschichten werden als Taschenbuch veröffentlicht, jeder der Autoren darin bekommt natürlich ein Belegexemplar.

Die Ermittlung der Gewinner und der Teilnehmer an der Anthologie erfolgt bis 30.06.2008, Gewinner und Teilnehmer werden per Mail verständigt.
[alles weitere hier]

einsendeschluss ist der 30.04.2008!

oesterreich: hirn aus, ueberwachung an!

was haette ich gestern abend ueber diese meldung kotzen koennen: “SPG-Novelle passiert Nationalrat”. und heute ist es auch nicht viel besser. das muss man sich wirklich mal reintun. ip-adressen und standortdaten von mobiltelefonen sollen quasi ohne richterlichen beschluss abrufbar werden. das mit den standortdaten von mobiltelefonen hatte platter ja schon vor einiger zeit oeffentlich gefordert. und die begruendungen dafuer waren genauso (ich formulier das jetzt mal etwas sanfter) geistesabwesend wie gefaehrlich sollte das wirklich umgesetzt werden. gut, das scheint gerade passiert zu sein.

und spaetestens jetzt sollte sich mal jede(r) oesterreicher/in ueberlegen ob platter noch tragbar fuer einen demokratischen staat ist. ich meine das durchaus ernst! der mensch schuert unbegruendet aengste und gefahren, die so an und fuer sich nicht vorhanden sind. auch scheint er wie viele andere politiker keine wirkliche ahnung (v.a. vom technischen grundverstaendnis) zu haben was sie da eigentlich fordern und wie sich das in der praxis auswirken wird. (eine hochgefaehrliche mischung, wie ich finde)
und was mich eigentlich relativ stark wundert, dass das argument nummer 1 eigentlich auch nie in der oeffentlichen diskussion ankommt, das geld. ich meine dieser ganze sicherheits/ueberwachungsscheiss verschlingt unmengen an finanziellen mitteln, ohne wirklich (signifikante) erfolge nachweisen zu koennen. das gegenargument nummer 1 aus der breiten masse ist doch eigentlich immer das geld, das scheint bei den ich-hab-doch-nichts-zu-verbergen-sagernmeisten aber noch nicht angekommen zu sein.

die immer weiter um sich greifende ueberwachung der eigenen buerger kann und wird langfristig nicht von erfolg gekroent sein. denn wie koennen die buerger einem staat auch nur ansatzweise trauen, der ihr vertrauen immer wieder missbraucht und mit fuessen tritt?
ich weiss die abwaegung zwischen freiheit und sicherheit ist sicherlich keine leichte, aber potentiell allen zu misstrauen, als moeglichen feind zu definieren und die freiheiten aller einzuschraenken geht eindeutig zu weit.

Die Gesetzesnovelle und die Art der Umsetzung des SPG lässt sich einfach zusammenfassen: DDR Methoden in einem demokratischen Rechststaat. Hatte Karl Korinek, Präsident des Verfassungsgerichtshofs, mit seinem Stasi Vergleich in Ö1 noch für Aufsehen gesorgt – mit der Änderung des SPG wurden seine Warnungen, von einer Regierung der Mitte, rechts überholt.
[weiterlesen (presse/netzberichte)]